Google erwägt Bau eines gigantischen Rechenzentrums in Vietnam
Der US-Technologieriese Google plant möglicherweise den Bau eines groß angelegten Rechenzentrums in Vietnam. Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person, die aufgrund der nicht öffentlichen Informationen ungenannt bleiben möchte, wird ein 'hyperscale' Rechenzentrum in der Nähe von Ho-Chi-Minh-Stadt, dem südlichen Wirtschaftszentrum Vietnams, in Betracht gezogen. Diese geplante Investition könnte einen erheblichen Auftrieb für Vietnam darstellen, das bisher Schwierigkeiten hatte, bedeutende internationale Kapitalinvestitionen in Rechenzentrumstechnologie anzuziehen. Führende Technologiefirmen haben oft konkurrierende Länder in der Region bevorzugt. Obwohl noch unklar ist, wann Google eine endgültige Entscheidung treffen wird, laufen bereits interne Gespräche, und das Rechenzentrum könnte bis 2027 betriebsbereit sein. Ein Google-Sprecher lehnte eine Stellungnahme hierzu ab. Rechenzentren dieser Größe, sogenannte Hyperscale-Zentren, gehören zu den größten der Branche und weisen einen Energieverbrauch auf, der dem einer großen Stadt nahekommt. Laut Schätzungen von Jones Lang LaSalle könnte ein solches Zentrum mit einer Kapazität von 50 Megawatt (MW) zwischen 300 Millionen und 650 Millionen US-Dollar kosten. Google wird durch die wachsende Zahl an inländischen und ausländischen Cloud-Services-Kunden in Vietnam sowie die sich rasant entwickelnde digitale Wirtschaft des Landes zu diesem Schritt veranlasst. Vietnam zählt zu den am schnellsten wachsenden Märkten für YouTube, Googles beliebte Online-Videoplattform. Derzeit dominieren die vietnamesischen Staatsunternehmen IDC Becamex und VNPT den Markt für Rechenzentren in Vietnam, wie ein interner Marktbericht eines vietnamesischen Industrieparks zeigt. Trotz der wachsenden Nachfrage nach digitalen Diensten und der Lockerung von Vorschriften zur Datenspeicherung und ausländischem Eigentum in Vietnam, haben strukturelle Probleme wie Stromausfälle, wenig attraktive Investitionsanreize und veraltete Internetinfrastruktur bisher viele ausländische Investoren abgeschreckt. In Südostasien liegen Singapur, Malaysia und Thailand deutlich weiter vorne und haben wesentlich größere Investitionen von globalen Technologie-Giganten angezogen. Google selbst kündigte im Mai eine Investition von 2 Milliarden US-Dollar in Malaysia für den Bau seines ersten Rechenzentrums und einer Google Cloud-Region in dem Land an. Trotz strenger Cybersicherheitsvorschriften und gelegentlicher Auseinandersetzungen mit ausländischen Technologiefirmen behält Vietnam seine Anziehungskraft als Markt für Google bei. Das Unternehmen eröffnet in Vietnam eine Repräsentanz und stellt aktiv Mitarbeiter ein, um seine lokalen Werbekunden besser zu bedienen und die digitale Transformation im Land zu unterstützen. Google fördert zudem 40.000 Stipendien für grundlegende KI-Kurse und unterstützt ausgewählte KI-Startups mit 350.000 US-Dollar. Das Unternehmen besitzt bereits ein umfangreiches Netzwerk an Zulieferern in Vietnam, die seine Produkte, darunter Pixel-Smartphones, montieren.

