Goldpreis erreicht neues Rekordhoch – Geopolitische Spannungen und Fed-Unabhängigkeit im Fokus
Der Goldpreis setzt seinen Höhenflug fort und erreicht durch die anhaltende Krisensituation im Iran sowie wachsende Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank ein neues Rekordhoch. In der Nacht zu Montag verzeichnete das Edelmetall einen Kurswert von nahezu 4.600 US-Dollar pro Feinunze, bevor es sich auf 4.578 US-Dollar einpendelte und immer noch eineinhalb Prozent über dem Vorwert lag. Sollte dieses Niveau bis zum Handelsende bestehen bleiben, wäre es bereits der sechste positive Handelstag in sieben Tagen im neuen Jahr. Mit dem jüngsten Anstieg summiert sich das Kursplus für Gold seit Jahresbeginn auf beeindruckende sechs Prozent.
Das vergangene Jahr markierte ohnehin schon einen bemerkenswerten Aufschwung für Gold: Eine Steigerung von 65 Prozent – der stärkste Zuwachs seit 1979. Silber hingegen konnte diese Entwicklung noch übertreffen, indem es um fast 150 Prozent zulegte. Die Grundursachen für die jüngste Preissteigerung sind laut Händlern primär in der Zuspitzung der Lage im Iran zu suchen. Zusätzlich stellen die Bedenken hinsichtlich der politisch motivierten Einflussnahme auf die US-Notenbank einen gewichtigen Faktor dar.
Der Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und Fed-Chef Jerome Powell nimmt derweil an Schärfe zu. Nach Vorladungen durch das US-Justizministerium, die strafrechtliche Ermittlungen nach sich ziehen könnten, wies Powell Vorwürfe der Falschaussage bei Senatsanhörungen als unbegründet zurück. Er sieht darin einen Versuch, die geldpolitische Unabhängigkeit der Fed zu untergraben. Parallel dazu setzt Trump im Kontext der iranischen Massenproteste zusätzliche Akzente und erhöht den Druck auf die Führung des Irans.
An Bord der Air Force One erklärte Trump, dass ein Treffen mit iranischen Vertretern ins Auge gefasst werde, es jedoch der Möglichkeit bedürfen könne, vorher zu reagieren. Die Erwägung, den iranischen Demonstranten durch Elon Musks Satelliteninternet-Dienst Starlink zu unterstützen, unterstreicht Trumps Entschlossenheit, den Zugang zur weltweiten Kommunikation zu sichern. Angesichts dieser geopolitischen und politischen Unsicherheiten bestärkt sich die Rolle von Gold als sicherer Hafen für Anleger in Krisenzeiten. Auch Silber, wichtig für technologische Schlüsselindustrien, steht im Investorenfokus. Die Vorwürfe gegen Powell könnten die Erwartungen an zügigere Zinssenkungen durch die Fed schüren, was die Position von Edelmetallen gegenüber US-Staatsanleihen weiter festigen würde.

