Goldpreis erreicht historische Höchstmarke – Stabilität trotz globaler Unsicherheiten
Der Goldpreis hat in den frühen Morgenstunden einen historischen Höchststand erreicht und damit seine jüngste Aufwärtsbewegung eindrucksvoll fortgesetzt. Kurz nach vier Uhr morgens wurde eine Feinunze Gold mit einem Preis von 3.508,73 Dollar gehandelt, was einen Anstieg um knapp ein Prozent bedeutete. Dies markiert den höchsten Wert, den das Edelmetall je erzielt hat, und beendet eine längere Phase der Seitwärtsbewegung innerhalb der Preisspanne von 3.200 bis 3.400 Dollar.
Zwar konnte der Goldpreis diesen Rekord nicht durchgehend halten, dennoch stieg er zuletzt auf solide 3.484 Dollar an. Damit positioniert sich Gold weiterhin unter seinem bisherigen Rekordhoch von rund 3.500 Dollar aus dem April. Das begehrte Edelmetall zeigt damit eine bemerkenswerte Performance in diesem Jahr, mit einem Anstieg des Preises um rund ein Drittel seit Ende 2024. Ähnlich positive Entwicklungen verzeichnet auch Silber, das gegenwärtig auf dem Niveau von 2011 notiert ist. Zum Vergleich: Der Dax hat um etwa ein Fünftel zugelegt.
Analysten sehen die Ursachen für die jüngste Goldpreis-Rally in mehreren Faktoren begründet. Eine mögliche Lockerung der US-Monetärpolitik infolge schwacher Arbeitsmarktdaten spielt dabei eine wesentliche Rolle. Sinkende Zinsen machen Gold gegenüber zinstragenden Anlangen attraktiver und beleben die Nachfrage. Edelmetallhändler Alexander Zumpfe von Heraeus erwartet gespannt die neuen US-Arbeitsmarktdaten, die in Kürze veröffentlicht werden sollen, da diese entscheidend für die erhoffte Zinssenkung sein könnten.
Zumpfe sieht aus technischer Sicht einen nächsten Widerstand im Preisbereich von 3.550 bis 3.600 Dollar. Sollte dieser überwunden werden, könnte der Goldpreis kurzfristig in Richtung 3.650 Dollar steigen. Weiter untermauert wird die Goldnachfrage durch geopolitische Unsicherheiten, wie den anhaltenden Konflikt in der Ukraine, sowie durch Besorgnis über die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. US-Präsident Donald Trump übt weiterhin Druck auf die Fed aus und fordert niedrigere Zinsen, was die Inflation anheizen könnte und damit Gold als Inflationsschutz attraktiver macht.
Analysten wie Thu Lan Nguyen von der Commerzbank warnen, dass die politische Einflussnahme zu einer zögerlicheren Straffung der Geldpolitik durch die Fed führen könnte, was langfristig höhere Inflation zur Folge haben könnte. Unter diesen Umständen wird Gold als sichere Anlage und Inflationsschutz weiterhin gefragt sein. Darüber hinaus diversifizieren Investoren ihre Portfolios mit Gold, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren, eine Strategie, die auch von Zentralbanken verfolgt wird.

