Goldpreis: DZ Bank erwartet Anstieg auf 5.000 Dollar bis Ende 2026
Fed unter politischem Druck
Ein zentraler Treiber ist die wachsende Vertrauenskrise in die US-Notenbank. Präsident Donald Trump greift Fed-Chef Jerome Powell offen an und drängt auf rasche Zinssenkungen. Mit dem Ende von Powells Amtszeit im Mai 2026 könnte ein politisch genehmerer Nachfolger installiert werden.
Aus Sicht der DZ Bank gefährdet diese Entwicklung die Unabhängigkeit der Fed – und damit das Vertrauen in den US-Dollar. Bereits heute signalisiert der Economic Policy Uncertainty Index für die USA ein historisch hohes Maß an geldpolitischer Unsicherheit, während der Dollar-Index seit Jahresbeginn deutlich nachgegeben hat.
Sinkende Leitzinsen und fallende Anleiherenditen würden zusätzlich den relativen Vorteil von Gold stärken, da das Edelmetall zwar keine Zinsen abwirft, in einem Niedrigzinsumfeld aber an Attraktivität gewinnt.
Geopolitik treibt die Flucht in den sicheren Hafen
Der zweite Faktor ist die zunehmende geopolitische Fragmentierung. Protektionistische Handelspolitik, neue Machtblöcke und militärische Spannungen prägen das Umfeld. Die „America-first“-Strategie der USA, Drohungen gegenüber dem Iran und Russland sowie die wachsende Instabilität in mehreren Weltregionen erhöhen die Nachfrage nach sicheren Anlagen.
Historisch reagiert Gold besonders sensibel auf Phasen politischer Eskalation. Als global akzeptierter Wertspeicher ohne Gegenparteirisiko bleibt das Edelmetall für viele Investoren der ultimative sichere Hafen.
Zentralbanken aus Schwellenländern als Großkäufer
Der dritte strukturelle Treiber kommt von den Währungshütern selbst. Vor allem Zentralbanken aus Schwellenländern bauen ihre Goldreserven massiv aus, um sich vom US-Dollar und vom westlich dominierten Finanzsystem unabhängiger zu machen.
Allein in den ersten neun Monaten 2025 kauften sie laut DZ Bank rund 300 Tonnen Gold – so viel wie die gesamten Reserven Großbritanniens. Länder wie China, die Türkei, Kasachstan oder Polen verfolgen damit eine strategische Diversifikation ihrer Währungsreserven. Umfragen des World Gold Council zeigen, dass dieser Trend anhalten dürfte.
Prognosepfad bestätigt
Die DZ Bank hatte bereits im Herbst 2025 einen Goldpreis von 4.400 Dollar auf Sicht von drei Monaten prognostiziert – dieses Ziel wurde erreicht. Auch die Marke von 4.600 Dollar, die eigentlich erst für das Frühjahr 2026 erwartet wurde, wurde schon im Januar überschritten.
Auf Basis der drei Treiber – geldpolitische Unsicherheit, geopolitische Risiken und Zentralbankkäufe – sieht die Bank den nächsten Meilenstein bei 5.000 US-Dollar je Feinunze bis Ende 2026. Sollte die aktuelle Dynamik anhalten, könnte diese Schwelle sogar deutlich früher erreicht werden.


