Globaler Schulterschluss: Appell zur Stärkung der globalen Gesundheitssysteme
In einem eindringlichen Appell haben Deutschland, Südafrika und Großbritannien die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die globalen Gesundheitssysteme zu stärken. Insbesondere nach dem Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rücken die Herausforderungen bei der Finanzierung von Gesundheitsprogrammen in den Vordergrund. Bei einem Treffen zur Finanzierung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria in Johannesburg erfolgt ein klarer Ruf zur Effizienzsteigerung und Bündelung der Kräfte.
Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil betonte die Notwendigkeit, insbesondere angesichts steigender Herausforderungen für die globalen Gesundheitsbudgets, international stärker zusammenzuarbeiten. Während Deutschland angekündigt hat, mit einer Milliarde Euro bis 2028 weiterhin tatkräftig zu unterstützen, äußerte sich Klingbeil besorgt darüber, dass man die durch den US-Rückzug entstehende Finanzlücke nicht alleine schließen könne. Daher werden traditionelle und neue Geberländer aufgerufen, ihren Teil beizutragen und die globale Gesundheitsarchitektur zu reformieren.
Die Auswirkungen des geplanten US-Austritts aus der WHO, der im Januar 2026 wirksam wird, sind erheblich. Bisher trugen die USA signifikant, mit etwa 18 Prozent am WHO-Budget von 3,4 Milliarden Dollar im Jahr 2024, zu den globalen Gesundheitsinitiativen bei. Die WHO arbeitet nun an einem Sparkurs, um den Ausfall zu kompensieren, was Einsparungen von rund 20 Prozent erfordert.
Auch Großbritannien und Südafrika haben sich deutlich positioniert. Der britische Premierminister Keir Starmer betonte die Notwendigkeit von Reformen, damit Investitionen im Gesundheitsbereich eine größere Wirkung erzielen. Cyril Ramaphosa, Präsident Südafrikas, sprach sich für die Verstärkung lokaler Arzneimittelproduktion und den Aufbau widerstandsfähiger Gesundheitssysteme aus. Beide Staatsführer sind sich einig, dass eine nachhaltige Finanzierung entscheidend ist, um langfristig die globalen Gesundheitsziele zu erreichen.

