Globale Krebstudie enthüllt vermeidbare Risiken als Hauptverursacher
Eine aufwendige Analyse weltweiter Daten legt offen, dass fast 40 Prozent aller Krebserkrankungen auf vermeidbare Ursachen zurückzuführen sind. Besonders prägen Rauchen, Alkoholkonsum und Infektionen wie durch das Bakterium Helicobacter pylori und Humane Papillomviren (HPV) das Risikoprofil für Krebsfälle. Eine bemerkenswerte Erkenntnis liefert die Untersuchung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) unter der Leitung von Isabelle Soerjomataram: Rund 38 Prozent der Krebserkrankungen weltweit hätten verhindert werden können – eine Tatsache, die der kürzlich veröffentlichten Studie im Fachmagazin "Nature Medicine" zu entnehmen ist.
Die Studie zeigt signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Regionen. Bei Frauen weltweit sind etwa 30 Prozent der Krebserkrankungen vermeidbar, während es bei Männern gut 45 Prozent sind. In Deutschland führt das Rauchen bei Frauen zu mehr als 12 Prozent und bei Männern zu über 23 Prozent der Krebserkrankungen. Die ungleichen Risiken spiegeln sich auch in geographischen Unterschieden wider: Während in Europa Rauchen dominiert, sind es in Afrika und Asien häufig Infektionen.
Die Analyse verknüpft bewährte Risikofaktoren mit der Exposition in der Bevölkerung eines Landes. Ein großes Potenzial zur Vermeidung offenbart sich in der globalen Präventionsstrategie durch die Verringerung dieser Risiken. In Deutschland beispielsweise ergibt die Studie, dass neben dem Rauchen auch Alkoholkonsum, ein hoher Körper-Masse-Index und UV-Strahlung als Schlüsselfaktoren fungieren. Zudem sind berufsbedingte Risiken bei deutschen Männern besonders hoch.
Wissenschaftler, wie André Ilbawi von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), betonen die Bedeutung der globalen Analyse, um individuelle und nationale Präventionsstrategien zu gestalten. Dabei wird die zukünftige Herausforderung unterstrichen, da Krebsfälle, laut WHO-Prognosen, bis 2040 enorm zunehmen könnten, sollte sich der gegenwärtige Trend fortsetzen.
Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) bestätigt die Ergebnisse mit eigenen Studien, die sich in den Basisdaten für Deutschland als ähnlich erwiesen haben. Sie hebt jedoch hervor, dass die aktuelle Studie auf den Krankheitsfällen basiert, was die Aufmerksamkeit auf Krebsarten lenkt, die weniger zum Tode führen, jedoch häufiger auftreten.

