Globale Investitionsströme: Der Siegeszug der immateriellen Güter
Die Investitionen in immaterielle Güter wie Software und Forschung erleben derzeit einen beispiellosen Aufschwung und übertreffen das Wachstum von Investitionen in physische Güter wie Maschinen und Fabriken deutlich. Eine Analyse der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) belegt, dass seit 2008 die Kapitalströme in immaterielle Güter in 27 ausgewählten Industrienationen und bedeutenden Schwellenländern mehr als dreimal so schnell gewachsen sind wie die in materielle Güter. Für das Jahr 2024 prognostiziert die Wipo, dass immaterielle Investitionen weltweit die beachtliche Summe von 7,6 Billionen Dollar erreichen könnten.
Ein tieferer Blick in die Statistik zeigt, dass die USA bei diesen Investitionen unangefochten an der Spitze stehen. Von den geschätzten 7,6 Billionen Dollar entfällt mit 4,5 Billionen ein erheblicher Anteil auf die Vereinigten Staaten. Diese Dominanz unterstreicht ihre führende Rolle im globalen Wettbewerb um technologische Vorherrschaft, obwohl China in der Wipo-Analyse nicht berücksichtigt wurde.
Für Deutschland stellt sich die Lage differenziert dar. Mit 602 Milliarden Dollar an immateriellen Investitionen lag die Bundesrepublik 2022 auf Platz drei hinter den USA und Frankreich, was einen Rückfall hinter Frankreich bedeutet. Dies spiegelt jedoch nicht die hohen Ausgaben deutscher Unternehmen für Forschung und Entwicklung wider. Die Wipo-Daten offenbaren zudem eine Herausforderung: Deutschland ist das einzige Land unter den analysierten 27, in dem die traditionellen materiellen Investitionen rückläufig sind, was die angespannte Situation in der deutschen Industrie verdeutlicht.

