Gletscherschwund in Österreich: Ein erschreckendes Zukunftsszenario
Die einst beeindruckenden Gletscherlandschaften Österreichs stehen vor einem dramatischen Wandel, so eine aktuelle Studie. Angesichts des stetigen Klimawandels könnten die mächtigen Eismassen in absehbarer Zeit nahezu vollständig verschwinden. Um zumindest einen Bruchteil zu bewahren, müsste die globale Temperaturerhöhung auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden, berichten Wissenschaftler eines österreichisch-britischen Forschungsteams in der Fachzeitschrift "The Cryosphere".
Besonders in den bekannten Regionen Ötztal und Stubaital ist der Wandel bereits spürbar: Zwischen 2006 und 2017 sind dort fünf Gletscher unwiederbringlich geschmolzen. Derzeit geht man von einem globalen Temperaturanstieg von 2,7 Grad Celsius aus – eine alarmierende Prognose, die schnelles Handeln erfordert, wie es Fabien Maussion von der Universität Bristol und Innsbruck formuliert: "Das Zeitfenster schließt sich sehr schnell."
Die verbliebenen Gletscherreste werden dem Fachjargon zufolge als „Toteis“ bezeichnet. Diese Eismassen weisen keine eigene Fließbewegung oder Nährzonen mehr auf und entsprechen somit nicht mehr dem, was traditionell als Gletscher bezeichnet wird. Während die Untersuchung ursprünglich auf Tirol fokussiert ist, lässt sie sich laut den Wissenschaftlern auf ganz Österreich übertragen und skizziert eine Zukunft, der man mit Sorge entgegensehen muss.

