"Ghosting" von Auszubildenden: Ein wachsendes Hindernis für Unternehmen
Immer mehr Betriebe sehen sich 2023 mit der Herausforderung konfrontiert, dass Auszubildende zugesagte Stellen nicht antreten – ein Phänomen, das als "Ghosting" bekannt ist. Laut Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg berichtet mittlerweile jeder vierte Betrieb von solch unerwarteten Absagen geeigneter Bewerber. Trotz dieser Problematik stellt der Mangel an qualifizierten Bewerbern das größte Hindernis dar, da 51 Prozent der Unternehmen im laufenden Jahr ihre Ausbildungsplätze nicht vollständig besetzen konnten.
Dies führt zu einer weiteren Verschärfung der ohnehin bestehenden Herausforderungen. "Die bereits aus dem Mangel an Bewerbungen entstandene Problematik wird dadurch weiter verschärft und dürfte die betrieblichen Handlungsmöglichkeiten bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen teils deutlich einschränken", erläutert IAB-Forscherin Ute Leber. Gerade größere Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern klagen besonders häufig über das Abspringen von Bewerbern als Hauptursache für unbesetzte Lehrstellen. Doch auch unter den Kleinstbetrieben, mit weniger als zehn Mitarbeitern, ist ein Anstieg dieser Problematik sichtbar – war es 2013 noch jeder fünfte Betrieb, so sind es 2023 bereits 28 Prozent.
Die damit verbundenen Kosten für Betriebe sind beträchtlich, da Investitionen in den Bewerbungsprozess verloren gehen, wie IAB-Forscherin Barbara Schwengler betont. Die vorliegenden Analysen basieren auf dem IAB-Betriebspanel, welches regelmäßig und repräsentativ Unternehmen befragt und damit wertvolle Einblicke in derzeitige Entwicklungen bietet.

