Kriminalität

Gewaltwelle: Was es mit Mexikos Drogenkrieg auf sich hat

24. Februar 2026, 12:38 Uhr · Quelle: dpa
Drogenkrieg in Mexiko - Cointzio
Foto: Armando Solis/AP/dpa
Nach dem Tod von «El Mencho» überziehen seine Anhänger Mexiko mit einer Welle der Gewalt.
Der Chef des Kartells Jalisco Nueva Generación stirbt nach einem Militäreinsatz, seine Anhänger blockieren daraufhin Straßen und greifen Geschäfte an. Was bedeutet das Chaos in dem WM-Land?

Mexiko-Stadt (dpa) - Nach dem Tod des mexikanischen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho» überziehen seine Anhänger das lateinamerikanische Land mit einer Welle der Gewalt. Knapp vier Monate vor dem Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft in Mexiko-Stadt errichten sie in mehreren Bundesstaaten Straßensperren und greifen Geschäfte und Banken an. Bei der Festnahme von «El Mencho» und den anschließenden Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Mitgliedern des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) kommen mindestens 74 Menschen ums Leben.

Was ist das Drogenkartell Jalisco Nueva Generación? 

Das Cártel de Jalisco Nueva Generación ist die derzeit wohl mächtigste kriminelle Organisation in Mexiko. Die Gruppe wurde 2010 zunächst als ein bewaffneter Arm des Sinaloa-Kartells gegründet, machte sich dann selbstständig und breitete sich rasch aus. Das Kartell ist in Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Öl-Diebstahl und die Schleusung von Migranten verwickelt. Es funktioniert nach einem Franchise-Modell, das kleineren regionalen Gruppen erlaubt, die Marke CJNG zu nutzen.

Nach Schätzungen des US-Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung hat das Kartell zwischen 15.000 und 20.000 Mitglieder. Die Kämpfer des CJNG gehen äußerst brutal vor und schossen bei Kämpfen mit Sicherheitskräften schon einmal einen Militärhubschrauber ab. Vor allem aber hat das Verbrechersyndikat Teile der Sicherheitsbehörden und der Politik infiltriert.

Droht nun eine lange Welle der Gewalt in Mexiko? 

Das ist schwer vorauszusagen. Am Tag nach der Tötung des Drogenbosses herrschte in Mexiko eine angespannte Ruhe. Gewalttätige Reaktionen auf die Festnahme oder den Tod von Drogenbossen sind durchaus üblich. 2019 ließ die Regierung einen Sohn des Chefs des Sinaloa-Kartells nach seiner Verhaftung sogar wieder laufen, weil die Mitglieder der Organisation in Sinaloa tagelang Straßen blockierten und Sicherheitskräfte attackierten.

Andererseits haben die kriminellen Banden in Mexiko eigentlich kein Interesse an einer direkten Konfrontation mit dem Militär und der Polizei – ihre Geschäfte laufen besser, wenn Ruhe herrscht. Allerdings könnte es innerhalb des Kartells Jalisco Nueva Generación zu Kämpfen um die Nachfolge von «El Mencho» kommen oder andere Verbrechersyndikate die vermeintliche Schwäche des CJNG für Expansionspläne ausnutzen.

Was haben die USA mit dem Tod von «El Mencho» zu tun? 

Die US-Regierung hat das Kartell Jalisco Nueva Generación als ausländische Terrororganisation eingestuft und hatte ein Kopfgeld von 15 Millionen US-Dollar (rund 12,7 Mio. Euro) auf «El Mencho» ausgesetzt. US-Präsident Donald Trump warf der mexikanischen Regierung zuletzt immer wieder vor, nicht genug gegen Drogenkartelle zu unternehmen, und brachte US-Einsätze gegen die kriminellen Banden in dem Nachbarland ins Spiel. Diesen Vorschlag wies Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum entschlossen zurück. Bei der Bekämpfung der Kartelle arbeiten die Sicherheitsbehörden der beiden Länder ohnehin eng zusammen.

Auch bei dem Einsatz zur Festnahme von «El Mencho» stützten sich die mexikanischen Soldaten auf Geheimdienstinformationen aus den USA. An dem Einsatz waren allerdings nur mexikanische Sicherheitskräfte beteiligt. «Mit dem Schlag gegen "El Mencho" hat Sheinbaum gezeigt, dass Zusammenarbeit und Informationsaustausch zu den von Trump gewünschten Ergebnissen führen können und dass die mexikanischen Streitkräfte in der Lage sind, hochrangige Ziele auszuschalten», schreibt David Mora von der International Crisis Group in einer Analyse.

Was bedeutet die jüngste Gewaltwelle für die Fußball-WM in Mexiko?

Das Chaos knapp vier Monate vor Anpfiff lässt die Bedenken über Mexiko als WM-Ausrichter wachsen. Das Land richtet ab Juni gemeinsam mit den USA und Kanada die Fußballweltmeisterschaft aus. In Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey werden 13 Spiele ausgetragen. 

Angesichts der schweren Kämpfe wurden am Sonntag eine Reihe von Fußballspielen abgesagt. Das für Mittwoch angesetzte Freundschaftsspiel zwischen Mexiko und Island in Querétaro hingegen soll wie geplant stattfinden. 

Dass der Fußballweltverband FIFA Mexiko die Ausrichtung der WM-Partien entzieht, halten Experten für unwahrscheinlich. «Ich glaube nicht, dass das ein Thema ist. Es wird eher so sein, dass die FIFA Mexiko auffordern wird, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken», sagte der Sicherheitsberater Alberto Guerrero Baena der Zeitung «El Sol de México».

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24.02.2026 · 12:38 Uhr
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