Gespräche in der Türkei: Ein Hoffnungsschimmer für den Frieden in der Ukraine
Präsident Wolodymyr Selenskyj signalisiert Bereitschaft zu Friedensgesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, die nächste Woche in der Türkei stattfinden sollen. „Am Donnerstag warte ich persönlich auf Putin in der Türkei“, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit, nachdem der Kreml einen Verhandlungsvorschlag unterbreitet hatte. Dieser Vorstoß kommt nach über drei Jahren Konflikt, in dem die Ukraine auf westliche Waffenlieferungen zur Verteidigung setzt.
Selenskyj äußerte seine Hoffnung, dass Russland keine Ausreden mehr suchen würde, und betonte die Notwendigkeit einer sofortigen, dauerhaften Waffenruhe, um diplomatische Verhandlungen zu ermöglichen. Währenddessen hatte US-Präsident Donald Trump Selenskyj auf Truth Social ermutigt, dem Vorschlag zu folgen, obwohl er Zweifel an Putins Friedensabsichten hegte. Trump kritisierte dessen vermeintliches Festhalten an traditionsreichen Siegesfeiern.
Die gemeinsame Front europäischer Staatsoberhäupter, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, Premierminister Keir Starmer und Präsident Emmanuel Macron, unterstützte Selenskyj und stellte Russland ein Ultimatum für einen Waffenstillstand. Wenn keine Zustimmung erfolgt, drohen verschärfte Sanktionen, die auf einer Konferenz in London weiter erörtert werden könnten.
Obwohl Putin direkte Verhandlungen ohne Vorbedingungen ab Donnerstag anbot, weigerte er sich bisher, einer vorherigen Waffenruhe zuzustimmen. Die Worte von Merz und Macron rücken die Dringlichkeit einer Feuerpause in den Mittelpunkt: Ohne Schweigen der Waffen sieht man keinen Raum für echte Gespräche. Am gleichen Tag finden sich die Außenminister von Deutschland und anderen europäischen Staaten in London ein, um die angespannte Lage weiter zu diskutieren.
Trotz der Hoffnung auf Diplomatie flammen die Kämpfe im Osten der Ukraine erneut auf. Der ukrainische Generalstab berichtete von 67 Angriffen durch russische Truppen, während in Kiew und anderen Gebieten wieder Luftalarm herrscht. Beidseitig wird der andere der Verstöße gegen die fragile Feuerpause beschuldigt.
Trump gab öffentlich Schwingungen seiner bisherigen Zurückhaltung preis und drängte erneut auf Gespräche. Seine Regierung erwägt angesichts ausbleibender Fortschritte, sich aus der aktiven Vermittlung zurückzuziehen. Trotz seiner skeptischen Äußerungen und Frustrationen bleibt Trump dabei, dass Dialog der einzige Weg sei.
Die Türkei, die Reformen als Gastgeberland miterleben möchte, zeigt sich abermals offen, die Gespräche zu führen, wie es bereits 2022 geschehen war. Ob sich die Chance auf Erfolg bei den Gesprächen diesmal verstetigen wird, bleibt vorerst abzuwarten, doch die diplomatischen Pforten stehen offen.

