Genossenschaftsbanken: Strategische Neuausrichtung im Wettbewerb
Der Vorstandsvorsitzende des Genossenschaftsverbandes, Michael Hoeck, hat betont, dass die genossenschaftliche Bankengruppe im Wettstreit um junge Zielgruppen deutlich an Tempo zulegen muss. Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch innovative Neobanken wie N26, Trade Republic und Revolut, die mit geringen Kosten und einem benutzerfreundlichen digitalen Angebot punkten, sieht Hoeck Nachholbedarf. Die deutsche Bankenlandschaft werde zunehmend kompakter, was die genossenschaftlichen Banken vor Herausforderungen stelle, so Hoeck.
Er bleibt dennoch zuversichtlich und lehnt Alarmismus ab: "Wir kommen aus einer soliden Marktposition", hebt er hervor. Doch die genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken sehen sich mit einer stabilen, aber alternden Mitgliederstruktur konfrontiert. Trotz stabiler Mitgliedszahlen im Verbandsgebiet zeigt die Altersstruktur, dass Anpassungen nötig sind, um jüngere Kunden langfristig zu binden.
Hoeck spricht sich gegen kurzfristige Lockaktionen bei Zinsen aus, da solche Maßnahmen selten nachhaltigen Erfolg versprechen. Vielmehr sei es essenziell, Anleger kompetent zu beraten, um der Inflation entgegenwirken zu können, da vielerorts immer noch Trägheit beim Thema Geldanlage herrscht. Digitale Beratung wird entsprechend intensiviert, während die Filialstruktur insbesondere in ländlichen Regionen angepasst wird. Fusionen innerhalb der Institute schreiten indes weiter voran, mit bereits elf Zusammenschlüssen in diesem Jahr und zehn weiteren im kommenden Jahr.

