Generalsanierung der Bahn: Zeitplan bis 2035 könnte Realität werden
Die umfassende Modernisierung des deutschen Schienennetzes könnte dauern, und zwar bis zum Jahr 2035. Diese Neuigkeit verkündete die Deutsche Bahn kürzlich auf einer Branchen-Informationsveranstaltung und verlängert damit den ursprünglich geplanten Zeitraum um vier Jahre.
Diese verlängerte Sanierungsdauer betrifft auch bedeutende Korridore wie die Strecke zwischen Minden und Wunstorf, die nicht nur für den Fernverkehr von besonderer Bedeutung ist, sondern auch die ICE-Verbindungen zwischen dem Ruhrgebiet, Hannover und Berlin maßgeblich beeinflusst. Kritische Stimmen, insbesondere aus dem Lager der Bahn-Wettbewerber im Güterverkehr, sehen den bisherigen Zeitplan als zu optimistisch an.
Die Bedenken richten sich vor allem gegen unzureichend vorbereitete Umleitungsstrecken. Dennoch verfolgt die Bahn mit ihrem Generalsanierungsprogramm das ehrgeizige Ziel, zahlreiche veraltete Streckenkorridore zu modernisieren und auf den neuesten digitalen Stand zu bringen. Dies soll letztlich die chronische Unpünktlichkeit im Fernverkehr beheben, die im vergangenen Jahr Rekordwerte erreichte.
Im Rahmen dieser Sanierungsbemühungen ist etwa ein Viertel der 40 bedeutendsten Projekte auf das dicht besiedelte Nordrhein-Westfalen ausgerichtet. Der Abschnitt zwischen Emmerich und Oberhausen erlebt aktuell schon eine Erweiterung. Diese Strecke ist ein Teil des europäischen Verkehrsnetzes, das den Hafen Rotterdam mit Genua verbindet, und spielt eine Schlüsselrolle bei der Verbindung wichtiger Wirtschaftsstandorte über die Schiene.
Bereits für 2026 ist die Sanierung der Verbindung Hagen-Wuppertal-Köln vorgesehen, mit Arbeiten, die bis Mitte Juli andauern sollen. Welche Beeinträchtigungen Reisende hinnehmen müssen, bleibt vorerst offen. Ebenso sind Arbeiten an weiteren Strecken in NRW von 2028 bis 2033 geplant.
Nach Abschluss der umfassenden Modernisierungen sollen die sanierten Strecken für mindestens fünf Jahre von weiteren Bauarbeiten verschont bleiben. Der endgültige Zeitplan steht allerdings noch aus. Erst müssen die Rückmeldungen von Verkehrsunternehmen und Verbänden berücksichtigt werden, bevor die Tochtergesellschaft DB InfraGo das finale Sanierungskonzept gemeinsam mit der Bundesregierung festlegen kann.

