Gender Pay Gap: Mehr gesetzliche Maßnahmen gefordert
Eine neue Umfrage von YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur beleuchtet die anhaltende Debatte über die Ursachen der Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Ein Großteil der Männer identifiziert dabei die unterschiedliche Berufswahl als zentrale Ursache, während diese Sichtweise bei Frauen weniger Zustimmung findet.
Frauen hingegen erkennen mehrheitlich die Rolle von Geschlechterstereotypen und gesellschaftlichen Erwartungen an, die zu den Einkommensdisparitäten führen. Familiengründung und die damit verbundenen Karriereunterbrechungen werden von beiden Geschlechtern als wesentliche Faktoren angesehen, die den Gender Pay Gap beeinflussen. Diese Aspekte führen häufig zu Teilzeitarbeit, was die Verdienstmöglichkeiten von Frauen beeinträchtigt.
Diskriminierung am Arbeitsplatz wird ebenfalls von signifikanten Anteilen beider Geschlechter als Grund für die Lohnunterschiede genannt. Die Forderung nach mehr gesetzlichen Maßnahmen zur Reduzierung der Lohnlücke findet breite Zustimmung, insbesondere unter Frauen.
Die Förderung von Teilzeit- und flexiblen Arbeitsmodellen sowie staatliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung und eine Erhöhung des Mindestlohns werden von der Mehrheit der Befragten unterstützt. Laut Statistischem Bundesamt lag die Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern 2024 bei durchschnittlich 16 Prozent, wobei Männer 26,34 Euro pro Stunde verdienten.
Zwei Drittel dieser Lücke erklären sich durch die häufigere Teilzeitarbeit von Frauen und deren Dominanz in geringer bezahlten Berufen. Ein ungelöster Lohnunterschied von 6 Prozent bleibt bestehen.

