Geldgeber-Qatar verärgert über Netanjahus Aussagen zu Geiselverhandlungen
Die jüngsten Äußerungen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sorgen derzeit für Unmut bei der vermittelnden Regierung in Katar. Bei einem Treffen mit Angehörigen von Geiseln wurden Tonaufnahmen gemacht, die anschließend an einen israelischen TV-Sender durchgesickert sind. Netanjahu bezeichnete die Rolle des Golfstaats bei den Verhandlungen mit der islamistischen Hamas über die Freilassung weiterer Geiseln als 'problematisch'.
In einer Stellungnahme auf der Plattform X (früher bekannt als Twitter) äußerte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums sein Entsetzen über Netanjahus mutmaßliche Äußerungen. Diese seien verantwortungslos und zerstörerisch hinsichtlich der Bemühungen, unschuldige Leben zu retten. Man warf Netanjahu vor, den Verhandlungsprozess zu untergraben, anscheinend aus politischen Motiven, anstatt der Rettung unschuldiger Leben, einschließlich israelischer Geiseln, höchste Priorität einzuräumen.
Netanjahu soll laut Berichten gesagt haben, dass Katar 'grundsätzlich nicht anders' sei als die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz und in manchen Aspekten sogar noch problematischer. Israel wirft beiden internationalen Organisationen vor, das Land unfair zu kritisieren und sich stattdessen auf die Seite der Palästinenser zu stellen. Zudem äußerte Netanjahu Ärger darüber, dass die USA ihre Präsenz auf einer Militärbasis nahe Doha verlängert haben.
Katar gilt als einer der wichtigsten Geldgeber der Hamas, einer Organisation, die das Ziel hat, den Staat Israel zu zerstören. Zusätzlich fungiert Katar als 'sicherer Hafen' für Hamas-Anführer. Trotz dieser Verbindung spielte der Golfstaat zuletzt eine entscheidende Rolle bei den Vermittlungen zwischen Israel und der Hamas. Gemeinsam mit Ägypten und den USA erreichte man im November letzten Jahres eine einwöchige Feuerpause. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 105 Geiseln von der Hamas freigelassen, während Israel 240 palästinensische Häftlinge aus seinen Gefängnissen entließ.
Nach israelischen Informationen sind von den mehr als 130 Geiseln nur noch etwas über 100 am Leben. Unter den Geiseln befinden sich angeblich zwei Kinder, 18 Frauen und ein 13-jähriges Mädchen. (eulerpool-AFX)

