Geldanlage mit ETFs: Der Einstieg für Anfänger leicht gemacht
ETFs, kurz für Exchange Traded Funds, sind für viele Menschen ein attraktiver Weg, um langfristig Vermögen aufzubauen. Sie bieten eine kostengünstige Möglichkeit, breit gestreut in verschiedene Märkte zu investieren, ohne dabei tiefes Börsenwissen mitbringen zu müssen. Doch wie funktioniert das genau, und worauf sollten Einsteiger achten? Dieser Artikel erklärt die Grundlagen und gibt praktische Hinweise, um den Start so einfach wie möglich zu gestalten.
Was sind ETFs und warum sind sie interessant?
ETFs sind börsengehandelte Fonds, die einen bestimmten Index wie den DAX, den S&P 500 oder den MSCI World nachbilden. Sie investieren in eine Vielzahl von Unternehmen, die in diesem Index enthalten sind, und minimieren so das Risiko, das mit der Anlage in einzelne Aktien verbunden ist. Der große Vorteil: Die Kosten sind im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds oft deutlich niedriger. Die jährlichen Gebühren, auch als TER (Total Expense Ratio) bekannt, liegen bei vielen ETFs unter 0,5 Prozent, während aktiv gemanagte Fonds schnell 1 bis 2 Prozent oder mehr verlangen.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Flexibilität. ETFs können jederzeit während der Börsenöffnungszeiten gekauft oder verkauft werden, anders als klassische Fonds, die oft nur einmal täglich gehandelt werden. Gerade für Anfänger ist das ein Vorteil, da man nicht auf komplizierte Strategien angewiesen ist, um einzusteigen.
Die ersten Schritte: Worauf es ankommt
Bevor man mit dem Investieren beginnt, sollte man sich über die eigenen Ziele klar werden. Geht es um die Altersvorsorge, den Aufbau eines Notgroschens oder ein anderes langfristiges Ziel? ETFs eignen sich besonders für Anleger, die ihr Geld über einen Zeitraum von mindestens 10 bis 15 Jahren anlegen können, da kurzfristige Kursschwankungen so besser ausgeglichen werden.
Ein wichtiger Punkt ist die Wahl des richtigen Depots. Viele Banken und Online-Broker wie die ING, Comdirect oder Trade Republic bieten inzwischen kostengünstige oder sogar kostenlose Depots an, die speziell für ETF-Sparpläne geeignet sind. Hier lohnt sich ein Vergleich, denn manche Anbieter locken mit Aktionen wie kostenlosen Trades für bestimmte ETFs.
Die richtige Auswahl treffen
Die Auswahl eines ETFs kann zunächst überfordern, da es tausende verschiedene Fonds gibt. Ein guter Einstieg sind breit gestreute Indizes wie der MSCI World, der über 1.500 Unternehmen aus 23 Ländern abdeckt, oder der S&P 500, der die 500 größten US-Unternehmen umfasst. Solche ETFs bieten eine solide Basis, da sie das Risiko durch die breite Streuung minimieren.
Wichtig ist auch, auf die Art des ETFs zu achten. Es gibt ausschüttende ETFs, die regelmäßig Dividenden auszahlen, und thesaurierende ETFs, die die Erträge automatisch reinvestieren. Für Anfänger sind thesaurierende ETFs oft praktischer, da man sich nicht um die Wiederveranlagung kümmern muss.
Häufige Stolpersteine vermeiden
Ein häufiger Fehler bei Einsteigern ist, zu oft zu handeln oder auf kurzfristige Kursbewegungen zu reagieren. ETFs sind eine langfristige Anlageform, und ständiges Kaufen und Verkaufen kann die Rendite durch Transaktionskosten schmälern. Ebenso sollte man nicht alles auf eine Karte setzen, sondern das Geld möglichst breit streuen.
Ein weiterer Punkt ist die Risikobereitschaft. Auch wenn ETFs als relativ sicher gelten, sind sie nicht risikofrei. Kursschwankungen gehören dazu, und man sollte nur Geld investieren, das man in den nächsten Jahren nicht benötigt. Experten raten, vorab einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsgehältern zur Seite zu legen, bevor man in ETFs investiert.
Fazit: Geduld zahlt sich aus
ETFs bieten eine unkomplizierte Möglichkeit, am Kapitalmarkt teilzunehmen, ohne sich täglich mit Börsennachrichten beschäftigen zu müssen. Mit einem durchdachten Sparplan und etwas Geduld können auch Anfänger langfristig von der Wertentwicklung profitieren. Wichtig ist, sich vorab gut zu informieren und eine Strategie zu entwickeln, die zu den eigenen Lebensumständen passt. So steht einem erfolgreichen Einstieg nichts im Weg.

