Geflügelbranche zwischen Vogelgrippe und Preisdruck: Hoffnung auf stabile Märkte
Inmitten der Herausforderungen durch die Vogelgrippe und die damit verbundene Tötung zahlreicher Nutztiere blickt die deutsche Geflügelindustrie optimistisch auf die zukünftige Preisentwicklung von Geflügelprodukten. Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft, äußerte sich im ZDF-Morgenmagazin zuversichtlich: Er erwarte keine kurzfristigen Preisexplosionen. Ein Großteil der Gänse werde ohnehin aus dem Ausland importiert, weshalb die Auswirkungen der Seuche auf die Preise moderat bleiben dürften. Obgleich die Lage dramatisch werden könnte, zeigte sich Goldnick überzeugt, dass die Situation unter Kontrolle gehalten werden könne.
Ein dringend benötigtes Aufstallungsgebot in den Bundesländern könnte hierbei eine bedeutende Rolle spielen. Dieses solle helfen, die Nutztierhaltung in geschützten Ställen zu sichern, wodurch die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden könne. Bei Einhaltung aller Bio-Sicherheitsmaßnahmen sieht Goldnick gute Chancen, das Virus zu kontrollieren, sodass zur Weihnachtszeit ausreichende Mengen an Geflügelfleisch und Eiern bereit stünden. Nur 20 Prozent der in Deutschland konsumierten Gänse stammen aus heimischer Produktion, während 80 Prozent aus Ungarn und Polen importiert werden. Die traditionelle Schlachtsaison für Gänse beginnt um den Martinstag am 11. November.
Doch es gibt auch skeptische Stimmen hinsichtlich der Eierpreise. Robert Schmack, Vorsitzender des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft, warnte im Bayerischen Rundfunk vor einer möglichen drastischen Preissteigerung um bis zu 50 Prozent. Die Ausbreitung der Vogelgrippe, die mittlerweile massiv auf deutsche Geflügelbetriebe durchschlägt, führe zu erheblichen Herausforderungen.
Das renommierte Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald prognostiziert eine weitere Verbreitung der Vogelgrippe durch Zugvögel. Instituts-Präsidentin Christa Kühn verwies auf den derzeitigen hohen Virusdruck durch infizierte Wildvögel. Die Dynamik dieses Jahres sei außergewöhnlich, was sowohl die Veterinäre als auch Geflügelhalter vor neue Herausforderungen stelle. Bereits rund 30 kommerzielle Geflügelbetriebe sahen sich gezwungen, ihre Bestände zu räumen.

