Gefahr durch heftige Winde und Trockenheit: Südkalifornien rüstet sich für erhöhtes Brandrisiko
Südkalifornien steht vor einer weiteren Herausforderung, da gefährliche Winde und anhaltende Trockenheit die Region in eine kritische Lage versetzen. Mehr als 11 Millionen Menschen sind von den extremen Witterungsverhältnissen betroffen, die das Potenzial haben, Brände schnell ausbreiten zu lassen, während die Hoffnung auf Regen in der Ferne bleibt.
Die saisonalen Santa Ana-Winde fegen voraussichtlich bis mindestens Donnerstag über einen großen Teil des Staates und kreieren ein brandgefährliches Wetter von Nord-Ventura County und Los Angeles County bis zur Grenze der USA zu Mexiko. Die stärksten Windböen, die Geschwindigkeiten von bis zu 161 Kilometern pro Stunde erreichen können, werden am Dienstagmorgen erwartet, bevor sie sich gegen Nachmittag abschwächen.
Drei kleine Brände wurden laut der kalifornischen Forst- und Feuerschutzbehörde Cal Fire am Dienstag früh im San Diego County gemeldet, was Evakuierungen erforderlich machte und Gebäude bedrohte. Der Lilac-Brand hat mindestens 32 Hektar nordöstlich von Carlsbad erfasst, während es den Einsatzkräften gelang, kleinere Brände in der Umgebung schnell einzudämmen. Diese Region war bereits 2017 Schauplatz eines großen Buschbrandes, dem zerstörerischsten Jahr dieser Art bis dato.
Auch wenn Meteorologen vom National Weather Service für das kommende Wochenende Regen vorhersagen, werden die heutigen Winde dazu führen, dass die Landschaft noch weiter austrocknet. Die Luftfeuchtigkeit wird in vielen Gebieten auf lediglich 2% bis 5% sinken, so der Wetterdienst in einem Update am Dienstag. Bedeutende Fortschritte verzeichnen die Feuerwehrleute im Kampf gegen die Eaton- und Palisades-Brände in Los Angeles, die mittlerweile nahezu unter Kontrolle sind. Seit Anfang Januar haben diese Brände über 15.000 Häuser und Gebäude zerstört und mindestens 28 Menschen das Leben gekostet.
Insgesamt mehr als 3 Millionen Menschen in Städten wie Long Beach, Huntington Beach, Irvine und Oceanside sind am Dienstag extrem hoher Brandgefahr ausgesetzt. Eine noch größere Fläche ist als kritisches Risiko ausgewiesen, darunter die Vororte San Bernardinos, Glendale, Riverside sowie Anaheim, bekannt durch den Disneyland-Themenpark.
Vorsorglich haben Elektroversorger die Stromversorgung für Haushalte und Unternehmen unterbrochen, um das Risiko neuer Brände auszuschließen. San Diego Gas & Electric stellte bereits am Dienstagmorgen bei knapp 14.000 Kunden die Versorgung ein, mit weiteren 70.000 als mögliche Zielgruppe für Abschaltungen. Die südkalifornische Versorgungsfirma von Edison International hat 267.312 Haushalte und Unternehmen über bevorstehende Stromausfälle informiert. Laut PowerOutage.us waren am Dienstagmorgen über 50.000 Kunden ohne Strom.

