Gaza-Pläne in der Kritik: Lapid warnt vor Netanjahus Vorstößen
In einer turbulenten politischen Landschaft warnt der israelische Oppositionsführer Jair Lapid die Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eindringlich vor den schwerwiegenden Konsequenzen, sollte diese ihr mutmaßliches Vorhaben zur vollständigen Einnahme des Gazastreifens umsetzen. Lapid prognostiziert düstere Szenarien für die Geiseln der Hamas, die derzeit auf 50 geschätzt werden, von denen laut israelischen Schätzungen nur noch 20 am Leben sind.
Obwohl Netanjahu bisher öffentlich zu den Plänen geschwiegen hat, berichtet der TV-Sender N12 von bevorstehenden Beratungen des israelischen Sicherheitskabinetts, das über diesen umstrittenen Plan entscheiden müsste. Interessanterweise zieht Netanjahu diesen Kurs trotz der Bedenken der Armeeführung in Erwägung, wie aus übereinstimmenden Berichten israelischer Medien hervorgeht.
In einem Treffen mit Armeechef Ejal Zamir diskutierte Netanjahu am Dienstag die Optionen zur Fortführung des Gaza-Konflikts, der nun schon fast zwei Jahre andauert. Das Büro des Ministerpräsidenten bestätigte diese Gespräche, nannte jedoch keine Details zu den diskutierten Optionen. Bemerkenswert ist dabei, dass Zamir die vollständige Einnahme des Gazastreifens scheinbar nicht in seiner Liste der vorgeschlagenen Optionen aufgeführt hatte, was auf deutlichen internen Widerstand hindeutet.

