Gates bereut „jede Minute“ mit Epstein
Gates weist Vorwürfe zurück
In den jüngst publizierten Dokumenten findet sich ein nicht versendeter E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013, der im E-Mail-Konto Epsteins gespeichert gewesen sein soll. Darin werden unter anderem unbelegte persönliche Vorwürfe gegen Gates formuliert.
Gates bezeichnete diese Anschuldigungen als „absolut absurd und vollkommen falsch“. Er betonte, dass die betreffende E-Mail offenbar nie verschickt worden sei. Es sei unklar, warum Epstein diesen Entwurf verfasst habe oder welche Absicht dahinterstand.
Wichtig ist: Die bloße Erwähnung einer Person in den sogenannten „Epstein-Files“ ist kein Beleg für Fehlverhalten. Eine juristische Bewertung oder belastbare Beweise gegen Gates ergeben sich aus den bisher bekannten Dokumenten nicht.
Treffen aus philanthropischen Gründen
Gates bestätigte, Epstein 2011 erstmals getroffen zu haben. Es habe mehrere Abendessen gegeben. Hintergrund seien laut Gates philanthropische Gespräche gewesen. Epstein habe behauptet, wohlhabende Persönlichkeiten für Spenden im Bereich globale Gesundheit mobilisieren zu können.
Der Microsoft-Mitgründer betonte erneut:
- Er sei nie auf Epsteins Privatinsel gewesen.
- Er habe keine von Epstein vermittelten Frauen getroffen.
- Es habe keine geschäftliche Zusammenarbeit gegeben.
Diese Darstellung hatte Gates bereits in früheren Stellungnahmen vertreten.
Belastung durch neue Aktenveröffentlichung
Die erneute Veröffentlichung von Dokumenten durch das US-Justizministerium sorgt international für politische Spannungen. Epstein hatte über Jahre hinweg ein Netzwerk aufgebaut, in dem zahlreiche prominente Namen auftauchten – teils als Kontakte, teils als Geschäftspartner, teils lediglich in Korrespondenzen.
Epstein war 2019 im Alter von 66 Jahren in einem Gefängnis in New York gestorben, bevor es zu einem weiteren Gerichtsverfahren kommen konnte. Ihm wurde vorgeworfen, über Jahre hinweg Minderjährige missbraucht und ein System zur Ausbeutung junger Frauen betrieben zu haben.
Für Gates bleibt die Verbindung reputationsschädigend, auch wenn er jede strafrechtliche Relevanz zurückweist. Seine Aussage „Ich wünschte, ich hätte ihn nie kennengelernt“ unterstreicht die anhaltende Distanzierung – und die politische wie öffentliche Sensibilität des Falls.


