Für die Wärmewende vor Ort – die Wärmebox von HanseWerk Natur
Wie können Haushalte fossilfrei heizen? Wie lassen sich kleine Wärmenetze dekarbonisieren? Die Lösung der HanseWerk-Tochter HanseWerk Natur auf diese Fragen nennt sich: Wärmebox. Was genau das ist und wie sie funktioniert, erklärt dieser Beitrag.
Quickborn, 14.04.2026 (PresseBox) - Für Bürgermeister Olde Oldsen ist es ein Meilenstein für seine Gemeinde Langenhorn in Nordfriesland. „Wir freuen uns, dass HanseWerk Natur unser Potenzial erkannt hat, um hier dieses Leuchtturm-Projekt umzusetzen“, sagt Oldsen. Er ist auf die Baustelle am Redlingsweg gekommen. Der Bürgermeister will mitverfolgen, wie die erste Wärmebox von HanseWerk Natur angeliefert wird. Per Schwerlastkran wird die 38 Tonnen schwere Box an ihren Bestimmungsort gehoben. Zuvor hatte sie ein Transporter in die nordfriesische Gemeinde gebracht.
Im Sommer 2025 hat HanseWerk Natur, das zur HanseWerk-Gruppe gehört, so seine erste Wärmebox aufgestellt. Weitere Projekte – beispielsweise in der Gemeinde Neuberend - sind in Planung.
Wärmebox von HanseWerk Natur: Innovative und klimaneutrale Lösung
Die Wärmebox ermöglicht als standardisierte, bezahlbare Lösung für Wärmenetze eine Wärmeversorgung mit Erneuerbaren Energien aus der Region – verlässlich und fossilfrei. Die Wärmebox kann Hauptbestandteil eines maßgeschneiderten Konzepts für die lokale Wärmeversorgung sein. Dadurch sorgt sie für Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und Preisstabilität bei steigenden Energiekosten.
Was ist die Wärmebox?
Die Wärmebox von HanseWerk Natur, das zur HanseWerk-Gruppe gehört, produziert klimaneutrale Wärme auf Basis der Großwärmepumpentechnologie. Aus einem Teil grünem Strom entstehen drei bis vier Teile grüne Wärme. Je nach den Energiepotenzialen vor Ort können unterschiedliche Wärmequellen genutzt werden: Grünstrom aus Solar- und Photovoltaik-Anlagen, Umgebungswärme aus der Erde (Geothermie), der Luft, dem Abwasser sowie Abwärme aus Industriebetrieben vor Ort.
Zahlen und Fakten
Die zentrale Großwärmepumpe in der Container-Lösung erzeugt Wärme (bis zu 80 °C) und bei Bedarf auch Kälte (6–20 °C), beispielsweise für Serverzentren. Über ein Leitungssystem versorgt sie unterschiedliche Abnehmer – von Wohngebäuden bis hin zu kommunalen Einrichtungen und Gewerbebetrieben. Gleichzeitig ist die Wärmebox ein Paradebeispiel für Sektorenkopplung: Aus lokal erzeugter Energie und Abwärme entsteht nutzbare Wärme zum Heizen.
Besonders hervorzuheben sind drei Aspekte:
Flexible Energieversorgung: Kombination aus Wärme- und Kälteerzeugung für verschiedene Anwendungen
Breite Einsatzmöglichkeiten: Versorgung von Haushalten, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen
Hohe Flächeneffizienz: Nur etwa 300 m² Platzbedarf und Versorgung von bis zu 400 Haushalten bei geringem Abstand zur Wohnbebauung
Ersatz für Erdgas in Langenhorn
In Langenhorn ersetzt die neue Wärmebox von HanseWerk Natur Erdgas als Wärmeträger. Sie versorgt dort künftig unter anderem die örtliche Kita, Schule und Sporthalle sowie Privatkundinnen und -kunden. In dieser Variante entzieht die Großwärmepumpe der Umgebungsluft Wärme und bringt diese mit erneuerbarem Strom auf das gewünschte Temperaturniveau. So entsteht Wärme für Heizung und Trinkwarmwasser, die über das Wärmenetz an die angeschlossenen Hausanschlüsse weitergeleitet wird.
Die Wärmebox nutzt ausschließlich natürliche Kältemittel, durch die Nutzung der Wärme aus dem Netzrücklauf wird die Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpe zudem deutlich gesteigert. Mit der Umstellung sparen die Gemeinde Langenhorn und HanseWerk Natur 340 Tonnen CO2* pro Jahr ein. HanseWerk Natur erhält für das Projekt Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).
Mehr als ein Pilotprojekt
Die Wärmebox zeigt, wie kommunale Wärmeversorgung heute gedacht werden kann: standardisiert, lokal verankert und konsequent auf erneuerbare Energien ausgerichtet. Für Langenhorn bedeutet das nicht nur einen technologischen Fortschritt, sondern einen echten Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und stabileren Energiekosten.
Gleichzeitig wird deutlich: Die Stärke der Lösung von HanseWerk Natur, einem Unternehmen der HanseWerk-Gruppe liegt in ihrer Übertragbarkeit. Was hier als Leuchtturmprojekt startet, kann zum Modell für viele weitere Gemeinden werden – gerade dort, wo bezahlbare und skalierbare Lösungen für die Wärmewende gebraucht werden.
Unterm Strich steht ein Ansatz, der ökologische Wirkung mit wirtschaftlicher Umsetzbarkeit verbindet – und genau deshalb das Potenzial hat, die kommunale Energieversorgung nachhaltig zu verändern.
* Die Bilanzierung erfolgt nach Merkblatt Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle, Informationsblatt CO2-Faktoren, Tabelle 2, Stand 01.11.2023 unter Verwendung folgender Faktoren: 201 g CO2e/kWh Hs Erdgas sowie 107 g CO2e /kWh Strom (CO2-Faktor für die Bilanzierung von Mehrverbräuchen an elektrischer Energie beim Wechsel zu elektrischer Energie).


