Investmentweek

Frust, Unsicherheit und der bloße Dienst nach Vorschrift

15. März 2025, 07:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die Krise am Arbeitsmarkt schlägt auf die Stimmung vieler Beschäftigter durch. Laut einer neuen Erhebung fühlen sich nur noch wenige Arbeitnehmer ihrem Unternehmen wirklich verbunden.

Die wachsende Distanz zum Arbeitgeber

Knapp drei Millionen Arbeitslose, steigende Kurzarbeit und eine Welle an Unternehmensinsolvenzen – die wirtschaftliche Unsicherheit wirkt sich massiv auf die Belegschaften aus.

Emotionale Bindung, Loyalität und das Vertrauen in die Zukunft des Arbeitgebers sind deutlich zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup.

Während sich 2023 noch 14 Prozent der Beschäftigten emotional stark mit ihrem Arbeitgeber verbunden fühlten, sind es mittlerweile nur noch neun Prozent. Gleichzeitig ist jedoch die Zahl derjenigen, die innerlich bereits gekündigt haben, von 19 auf 13 Prozent gesunken.

Doch der vielleicht brisanteste Befund: Mit 78 Prozent hat die Zahl derjenigen, die nur noch Dienst nach Vorschrift machen, ein Rekordhoch erreicht.

Sinkendes Vertrauen in Führungskräfte

Besonders alarmierend ist der Vertrauensverlust in Führungskräfte. Im Jahr 2019 vertrauten noch 49 Prozent der Arbeitnehmer uneingeschränkt ihren Vorgesetzten. Bereits 2022 war dieser Wert auf 41 Prozent gesunken, aktuell sind es nur noch 21 Prozent.

Zudem sind nur 16 Prozent vollständig mit ihrer Führungskraft zufrieden. Studienautor Marco Nink warnt:

„Die Daten zeigen eine tiefe Skepsis und ein wachsendes Gefühl der Entfremdung in vielen Unternehmen.“

Arbeitgeber unterschätzen die Problematik

Die steigende Wechselbereitschaft könnte für Unternehmen zum ernsten Problem werden. Nur noch 53 Prozent der Befragten gaben an, uneingeschränkt bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber bleiben zu wollen.

Hohe Wechselbereitschaft: Jeder dritte Beschäftigte wurde im letzten Jahr von Headhuntern kontaktiert. Die Unsicherheit im Job treibt viele Arbeitnehmer in Richtung neuer Arbeitgeber.

Besonders Führungsschwäche, fehlende Anerkennung und mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten treiben Arbeitnehmer zur Neuorientierung.

Ein weiteres Indiz für die hohe Wechselbereitschaft ist die zunehmende Aktivität von Headhuntern. Einem Drittel der Befragten wurde in den letzten zwölf Monaten ein neuer Job angeboten – so viele wie noch nie. „Das ist ein deutliches Signal an die Unternehmen, dass sie dringend in ihre Unternehmenskultur und Mitarbeiterbindung investieren müssen“, sagt Nink.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Interessant sind auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede: Frauen sind laut Umfrage insgesamt unzufriedener im Job als Männer. Während zwölf Prozent der männlichen Beschäftigten angaben, unzufrieden zu sein, liegt der Wert bei Frauen bei 20 Prozent.

Eine große Rolle spielt dabei die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit und die höhere Teilzeitquote. Jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, bei Männern sind es nur knapp 13 Prozent.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Unternehmen stehen vor einer zentralen Herausforderung: Wie kann die Bindung der Beschäftigten gestärkt werden? Experten fordern eine aktivere Führung, bessere Karriereperspektiven und ein Arbeitsumfeld, das mehr Wertschätzung vermittelt.

Denn während die Arbeitgeber es geschafft haben, die Zahl der inneren Kündigungen zu reduzieren, ist es ihnen nicht gelungen, die Motivation nachhaltig zu steigern. „Führung darf nicht nur auf Schadensbegrenzung ausgerichtet sein, sondern muss langfristig auf Engagement und Identifikation setzen“, so Nink.

Finanzen / Education
[InvestmentWeek] · 15.03.2025 · 07:00 Uhr
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