Frühling mit Nebenwirkungen: Die Pollenbelastung und was man dagegen tun kann
Karlsruhe, 16.04.2026 (lifePR) - Der Frühling bringt nicht nur wärmere Tage: Pollen liegen in der Luft und mit ihnen Beschwerden, die für heuschnupfengeplagte Menschen zur jährlichen Herausforderung werden. In Karlsruhe ist die Pollenbelastung durch das milde Klima ungewöhnlich stark. Wie der Klimawandel den Pollenflug beeinflusst, erklärt Prof. Dr. Rainer Weber, kommissarischer Leiter der Hals-Nasen-Ohren Klinik am Klinikum Karlsruhe. Außerdem gibt er wertvolle Tipps, wie Betroffene sich vor hoher Pollenbelastung schützen können.
„Eine Allergie ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf Stoffe, die eigentlich nicht gefährlich sind, sogenannte Allergene“, erklärt Prof. Dr. Rainer Weber. Meist geht das mit unangenehmen Symptomen einher: „Mögliche Reaktionen sind Niesen, eine laufende und zuschwellende Nase, Atemnot und Husten, sowie tränende Augen.“
Heuschnupfen ist eine Immunreaktion auf eingeatmete Pollen, die sich gegen den eigenen Körper richtet. Wir nennen diese Reaktion eine Allergie gegen Pollen, konkret gegen Eiweißbestandteile der Pollen. Das Immunsystem produziert dabei Antikörper und setzt Botenstoffe frei, die dann die typischen Heuschnupfen-Symptome auslösen.
Was fliegt wann?
Die Hauptsaison für den Pollenflug ist von April bis August, wobei die Pollenbelastung in Parks und Grünanlagen besonders hoch ist. Einige Pflanzen treiben aber bereits früher aus: In Karlsruhe können bereits im Dezember Hasel- und Erlenpollen fliegen. Im März sind es Birkenpollen und im Mai Gräserpollen, die Allergikerinnen und Allergikern zu schaffen machen. Beifuß- und Ambrosiapollen fliegen im Spätsommer.
Einfluss durch den Klimawandel
Prof. Weber erklärt: „Steigende Temperaturen und milde Winter führen dazu, dass viele Pflanzen früher und länger blühen. Für Menschen mit Heuschnupfen bedeutet das leider oft, dass die Allergie länger anhält.”
Das bedeutet konkret: Durch den Klimawandel verlängert sich die Heuschnupfen-Saison deutlich und die Belastung nimmt zu. Auch die strukturelle Zusammensetzung der Pflanzenarten verändert sich durch den Klimawandel. So breiten sich neue, teils stärkere allergene Pflanzen aus, die zusätzliche Beschwerden verursachen können. Bekannte Pflanzen sind hier die Ambrosia oder auch die Birke.
Was kann man dagegen tun?
„Betroffene können versuchen, den Kontakt mit Pollen zu reduzieren. Beim Spazierengehen sollten sie Orte mit starker Pollenfreisetzung meiden. Die Haare vor dem Schlafengehen zu waschen, kann helfen, um die Pollen nicht mit ins Bett zu nehmen“, rät Prof. Weber. Auch zum Lüften der Wohnräume hat er einen Tipp: Während Pollen in der Stadt vom Verkehr tagsüber aufgewirbelt werden und die Luft erst in der Nacht klarer wird, sinken die Pollen auf dem Land durch die kühle Luft abends zu Boden. „Lüften sollten Allergikerinnen und Allergiker, die in der Stadt wohnen, daher eher morgens, und auf dem Land eher abends.“
Auch Nasenspülungen sind laut dem Experten ein effektives Mittel, um die Allergenbelastung in der Nase zu reduzieren. Das Auftragen von Gels auf die Schleimhaut kann verhindern, dass Pollen mit der Schleimhaut in Kontakt kommen.
Das Verwenden von sogenannten HEPA-Filtern kann helfen. Das sind Luftfilter, die kleine Partikel wie Pollen und Keime aus der Luft entfernen. Erhältlich sind diese zum Beispiel für Innenräume wie das eigene Zuhause oder für das Auto.
Prof. Weber ergänzt: „Zusätzlich zu diesen Schritten gibt es medikamentöse Therapien. Am wirksamsten sind hier Kortisonsprays für die Nase. Bei starken Pollenallergien kann zusätzlich eine Immuntherapie helfen.“ Dabei wird das Immunsystem trainiert, indem dem Körper kleine Mengen der Allergene in Form von Spritzen oder Tabletten verabreicht werden. So soll sich der Körper an die Pollen gewöhnen.
Angesichts des Klimawandels und zunehmend längeren Pollensaisons wird der Umgang mit Allergien zukünftig noch wichtiger. Fest steht aber: Mit dem richtigen Wissen und gezielten Maßnahmen lassen sich die Beschwerden deutlich lindern. Und: die Kombination verschiedener Maßnahmen hilft besser!

