Friedensverhandlungen in Abu Dhabi: Schwierige Gespräche über Gebietsfragen
In den laufenden Verhandlungen über eine Beilegung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine bewegt sich die Diskussion nun auch in das komplexe Terrain der Gebietsfragen. Laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Tass werden mehrere relevante Dokumente zu diesem Thema eingehend geprüft und besprochen. Ein Informant der russischen Delegation wies darauf hin, dass neben Territorialfragen auch Sicherheitsgarantien und weitere Aspekte auf der Agenda stehen. Die Frage der Gebietsabtretungen erweist sich als besonders brisant. Russland verlangt mehr als die bereits besetzten Gebiete im Osten der Ukraine und hat auch die Hoffnung, die verbliebenen Teile des Donezker Gebiets zu sichern. Die Ukraine bleibt jedoch standhaft und lehnt einen einseitigen Rückzug aus den umkämpften Regionen entschieden ab. Die Ursprünge des Konflikts reichen zurück bis 2012, als Russlands Präsident Wladimir Putin die Invasion mit der Begründung der Gefährdung der nationalen Sicherheit durch einen möglichen Nato-Beitritt der Ukraine rechtfertigte. Zu Beginn des Krieges betonte Putin, dass keine Besetzung ukrainischer Gebiete beabsichtigt sei. In den aktuellen Gesprächen in Abu Dhabi, bei denen erstmals seit längerem wieder direkte Gespräche zwischen den Delegationen stattfinden, insistiert Moskau weiterhin auf den Verzicht Kiews auf einen Nato-Beitritt sowie auf die Forderung nach größeren Gebieten des Nachbarn. Moskau hat klar signalisiert, dass es im Falle des Scheiterns der diplomatischen Bemühungen auf militärische Optionen zurückgreifen wird.

