Frequentis: Wachstum durch Technologiewechsel in sicherheitskritischen Infrastrukturen
Erfolgreiches Geschäftsjahr 2025
Frequentis, ein führendes Unternehmen im Bereich sicherheitskritischer Infrastrukturen, hat im Jahr 2025 bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Der Umsatz stieg um fast 21 Prozent, während die EBIT-Marge um 140 Basispunkte auf 8,1 Prozent anstieg. CEO Norbert Haslacher betont, dass strategische Entscheidungen in den letzten Jahren, insbesondere die Erweiterung des Produktportfolios durch Übernahmen und gezielte Investitionen in Forschung und Entwicklung, entscheidend für diesen Erfolg waren.
Technologischer Wandel als Wachstumstreiber
Der Technologiewechsel in der Branche hin zu cloudfähigen Systemen hat für Frequentis erhebliche Chancen geschaffen. Haslacher beschreibt, dass die bisherigen proprietären Systeme durch moderne, serviceorientierte Cloud-Architekturen ersetzt werden müssen, um den steigenden Anforderungen an Anpassungsgeschwindigkeit und Flexibilität gerecht zu werden. Diese Veränderungen bieten Frequentis eine vielversprechende Pipeline im Bereich der Flugsicherung, insbesondere durch bereits gewonnene Förderprogramme.
Chancen im öffentlichen Sicherheits- und Verkehrsbereich
Frequentis profitiert auch von der bevorstehenden Ablösung veralteter Funkstandards wie GSM-R bis 2036. Mit innovativen Lösungen wie Mission X, die Daten-, Video- und Sprachkommunikation vereinen, positioniert sich das Unternehmen als Vorreiter in der Branche. Die Übernahme von Nemergent Solutions hat die Expertise in dieser Nische weiter gestärkt, was sich bereits in ersten Aufträgen in Europa niederschlägt.
Wachstumspotenziale im US-Markt
Im US-Markt erzielte Frequentis 2025 ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 80 Prozent, maßgeblich unterstützt durch den APCS-Auftrag der FAA zur Modernisierung der Boden-Luft-Kommunikation. Die erhöhte Budgetierung der US-Regierung für die Flugsicherungsinfrastruktur kommt dem Unternehmen zugute, da es als europäischer Innovationsführer gilt. Die Anforderungen an Interoperabilität und Digitalisierung in einem der komplexesten Lufträume der Welt bieten weiteres Wachstumspotenzial.
Militärische Aufträge als strategischer Vorteil
Frequentis hat zudem eine eigene Niederlassung für militärische Anwendungen in den USA eröffnet, was die Chancen auf klassifizierte Projekte erhöht. Die langjährige Präsenz in den USA und die enge Zusammenarbeit mit der US Air Force positionieren das Unternehmen als starken Akteur im Verteidigungssektor. Die Erneuerung der europäischen Infrastruktur durch das Forschungsprogramm SESAR bietet zusätzliches Wachstumspotenzial für die kommenden Jahre.
Herausforderungen und Perspektiven in Asien
Trotz des beeindruckenden Wachstums in anderen Märkten musste Frequentis im asiatischen Raum einen Umsatzrückgang hinnehmen. Dieser ist auf Verzögerungen bei Ausschreibungen zurückzuführen, die erst 2026 in Kraft treten werden. Dennoch bleibt der Flugverkehr in der Region stark und wächst jährlich um sechs bis sieben Prozent, was die Pipeline für zukünftige Projekte gefüllt hält.
Aktienbewertung und Investoreninteresse
Die Frequentis-Aktie entwickelte sich 2025 zur Top-Performance an der Wiener Börse, mit einer Bewertung, die auf ein 2027er-KGV von knapp 25 gestiegen ist. Haslacher ist zuversichtlich, dass das Unternehmen durch die Expansion in zwei Wachstumsmärkte – öffentliche Sicherheit und Digitalisierung des Luftverkehrs – weiterhin überproportional wachsen kann. Die steigenden NATO-Ausgaben im Verteidigungssektor bieten zusätzliche Chancen für Investoren.
Integration von Drohnentechnologie
Frequentis hat sich auch in das Drohnengeschäft eingeklinkt, indem es ein Forschungsprogramm in Bayern initiiert hat, um die Identifizierung von Drohnen als potenzielle Bedrohungen zu untersuchen. Die Entwicklung von Kommunikationslösungen zur Erfassung und Identifizierung von Drohnen zeigt das Engagement des Unternehmens, innovative Ansätze zur Gewährleistung der Luftsicherheit zu verfolgen.
Internationale Expansion und Investorenbasis
Die internationale Kundenbasis von Frequentis hat sich in den letzten Jahren erheblich diversifiziert, und das Unternehmen hat nun Investoren aus verschiedenen Ländern an Bord. Dies spiegelt sich in der gestiegenen Marktkapitalisierung wider, die die Milliarde überschreitet. Die Ziele für 2026 beinhalten die Optimierung der Wertschöpfungskette und die Skalierung des Know-hows, um die Margen weiter zu verbessern.
Fazit
Frequentis hat sich als ein dynamischer Akteur im Bereich der sicherheitskritischen Infrastrukturen etabliert. Mit einem klaren Fokus auf Innovation und Anpassungsfähigkeit an die sich verändernden Marktanforderungen zeigt das Unternehmen vielversprechende Wachstumschancen für die Zukunft.

