Frequentis: Der Weg zum Software-Pionier in sicherheitskritischen Kommunikationssystemen
Der österreichische Kommunikationssystem-Spezialist Frequentis zeigt, wie ein erfolgreicher Wandel hin zu einer softwarezentrierten Firma gelingen kann. Im Interview der Vorstandschef Norbert Haslacher hat sich Frequentis als agiler Nischenakteur im hart umkämpften US-Markt positioniert und profitiert gleichzeitig von Investitionsprogrammen der neuen deutschen Bundesregierung.
Interessante Entwicklungen verzeichnet Frequentis in Bezug auf seine Hauptkunden, die staatlichen Behörden, mit bemerkenswerten Umsatz- und Gewinnsteigerungen im Jahr 2024. Eines der Erfolgsgeheimnisse liegt in der strategischen Fokussierung auf Projekte, die hauptsächlich im zweiten Halbjahr in den Büchern stehen, getrieben durch profitable Geschäfte mit Behörden.
Die positive Resonanz auf den Finanzmärkten spiegelt sich in übertroffenen Markterwartungen wider. Ein prominenter Wachstumsmarkt für Frequentis ist die USA, wo das Unternehmen durch eine geschickte lokale Präsenz und strategische Allianzen seine Position ausgebaut hat.
Die Gründung der Abteilung Frequentis Defence in den Vereinigten Staaten unterstreicht das Engagement, insbesondere in militärischen Anwendungen, welche 20% der Konzernerlöse ausmachen und stetig wachsen. Technologische Herausforderungen erfordern hohe Standards, insbesondere im Bereich der Interoperabilität zwischen militärischen und zivilen Flugsicherheitskommunikationssystemen.
Die jüngste Übernahme der deutschen Firma FRAFOS erweitert hier das Frequentis-Portfolio um relevante Cybersicherheitslösungen, während der drohende Handelskonflikt mit der US-Regierung geschickt umgangen wird. Zukünftige Investitionen fokussieren sich auf das Wachstum in den USA, um Projekte wie die Umrüstung des FAA-Netzwerks auf digitale Technologien rechtzeitig umzusetzen.
Ebenso sieht Frequentis umfangreiche Chancen durch das Investitionsprogramm der Bundesregierung in Deutschland. Frequentis' Ambition, die Nummer Eins in Kommunikationslösungen für Kontrollzentren zu werden, wird durch ein beachtliches jährliches Umsatzpotenzial von ca. 13 Milliarden Euro beflügelt.
Die duale Strategie, bestehend aus eigener Forschung und strategischen Zukäufen, soll dieses Ziel unterstützen. Investorengruppen zeigen zunehmendes Interesse an Frequentis, insbesondere durch die Akzentuierung auf Softwarelösungen und den Fokus auf sicherheitskritische Anwendungen.
Das neue Analysten-Coverage durch renommierte Banken verschafft zusätzliche Aufmerksamkeit und könnte als weiterer Schub für die Frequentis-Aktie wirken.

