Französische Landwirte durchbrechen Polizeiketten und stürmen Großmarkt in Paris
In eine neue Eskalationsstufe mündeten die anhaltenden Landwirtproteste Frankreichs, als es einer Gruppe von Bauern am vergangenen Mittwoch gelang, den streng bewachten Pariser Großmarkt Rungis zu stürmen. Entgegen eines umfassenden Polizeieinsatzes, inklusive gepanzerter Fahrzeuge, Radlader und Luftunterstützung durch Hubschrauber, wurden laut Nachrichtenquelle BFMTV 79 Landwirte nach Sachbeschädigungen in einem Lagerbereich des Marktes festgenommen. Dieser Vorfall setzt eine Reihe von Protestaktionen fort, die bereits seit über einer Woche die Landwirtschaft in Frankreich in Atem halten und auf symbolstarke Orte wie Rungis abzielen, dem Herzen des nationalen Agrarhandels. Die Vehemenz der landwirtschaftlichen Demonstranten zeigte sich auch an anderer Front, als Bauern mit ihren Fahrzeugen versuchten, den Eingangsbereich zu durchbrechen, was zur Inhaftierung von 15 Personen führte, wie die Staatsanwaltschaft in Créteil mitteilte. Auf nationaler Ebene schaltete sich Innenminister Gérard Darmanin ein, indem er zusätzliche Panzerfahrzeuge zur Blockierung von Traktorkolonnen entsandte und damit die Ausbreitung der Protestaktionen eindämmen wollte. Obgleich es zu keinen Zwischenfällen kam, ließen sich die Bauern von den Polizeiabsperrungen nicht gänzlich aufhalten und umgingen diese teilweise. Die Landwirte setzen mit Blockaden auf den Hauptverkehrsadern rund um die französische Hauptstadt und auch nahe Lyon ein deutliches Zeichen ihres Unmuts. Zusätzlich folgten im Norden des Landes, laut 'La Voix du Nord', auch belgische und französische Landwirte dem Protestaufruf und legten mit Blockaden mehrere Grenzübergänge lahm. In einer landesweiten Demonstration drücken etwa 10.000 Landwirte ihre Frustration über sinkende Einkünfte, strenge Umweltauflagen der EU und ein Übermaß an regulatorischen Normen aus. Obwohl die französische Regierung bereits Hilfen in beträchtlicher Höhe zugesagt hat, empfinden viele Bauern diese als unzureichend. Ein spezifisch adressiertes Hilfspaket an den Weinbau übergab Frankreichs Agrarminister Marc Fesneau kürzlich mit einem zusätzlichen 80 Millionen Euro starken Budget, wie er im Sender Sud Radio erklärte. (eulerpool-AFX)

