Frankreich überrascht mit weiter sinkender Inflation

Die französische Teuerung hat zu Jahresbeginn eine unerwartete Abwärtsbewegung gezeigt: Die nach europäischem Maßstab berechneten Verbraucherpreise (HVPI) stiegen im Januar lediglich um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistikamt Insee in Paris nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Zum Vergleich: Im Dezember betrug die Rate noch 0,7 Prozent, im November waren es 0,8 Prozent. Erstaunlich dabei ist der Rückgang auf Monatsbasis: Hier sanken die Preise im Januar um 0,4 Prozent.
Dieses überraschende Ergebnis widersprach den Erwartungen vieler Analysten, die von einer jährlichen Teuerungsrate von 0,6 Prozent ausgegangen waren und im Monatsvergleich mit einem Rückgang von lediglich 0,2 Prozent rechneten. Der wesentliche Faktor hinter dieser ungewöhnlich schwachen Inflationsrate in Frankreich ist der drastische Rückgang der Energiepreise.
Im Gegensatz dazu verzeichnete Deutschland im Januar für den HVPI eine Inflationsrate von 2,1 Prozent. Der Blick richtet sich nun auf die gesamte Eurozone, deren Inflationsdaten am Mittwoch vorgestellt werden. Laut einer Umfrage von Bloomberg unter Analysten wird ein Rückgang der Eurozonen-Inflation von 1,9 Prozent im Dezember auf 1,7 Prozent im Januar erwartet. Die Europäische Zentralbank (EZB) verfolgt das Ziel, innerhalb der Eurozone eine mittelfristige Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen.

