Frankreich startet ambitioniertes Glaspfand-Pilotprojekt
Frankreich unternimmt einen spannenden Vorstoß in das Pfandsystem und startet einen Modellversuch für Glaspfand in vier Regionen im Norden und Westen des Landes. Mit einem Fokus auf zwei Flaschenmodelle wird nun zum ersten Mal seit Jahrzehnten in bestimmten Gegenden Pfand fällig.
Diese Initiative, die das Potenzial hat, die Umweltrichtlinien erheblich zu beeinflussen, soll schrittweise auf weitere Flaschen und Schraubgläser ausgeweitet werden. Beteiligt an diesem Projekt sind einige der führenden Supermarktketten des Landes.
In den Regionen Pays de la Loire, Bretagne, Normandie und Hauts-de-France, die zusammen etwa 16 Millionen Einwohner umfassen, wird der Versuch über einen Zeitraum von anderthalb Jahren durchgeführt. Historisch betrachtet, war ein Pfandsystem bis in die frühen 1990er Jahre in Frankreich gängig, insbesondere bei Milchflaschen.
Die zunehmende Nutzung von Einwegplastikflaschen führte jedoch zu einem Rückgang dieser Praxis. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet das Elsass, wo Pfandautomaten und Mehrwegflaschen weiterhin eine Rolle spielen und eine Verbindung zur Pfandsystem-Philosophie Deutschlands aufweisen.

