Frankreich fordert ausgewogenen Fleischkonsum – Eine nationale Strategie zur Ernährung und Klimaschutz
Die französische Regierung hat eine neue nationale Strategie vorgestellt, die den Fleischkonsum der Bevölkerung in den Fokus rückt. Angesichts der Tatsache, dass Frankreich im europäischen Vergleich noch immer viel Fleisch verzehrt, wird nun zu einem bewussteren und reduzierteren Konsum von Fleisch- und Wurstwaren aufgerufen. Stattdessen sollen Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte sowie Vollkornprodukte verstärkt Teil des Speiseplans werden. Besonders im Blickpunkt steht die Reduzierung von importiertem Fleisch.
Laut dem französischen Agrarministerium stagniert der Pro-Kopf-Fleischkonsum seit 2016 bei etwa 85 Kilogramm, während der Konsum im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 2,1 Prozent verzeichnete. Deutschland weist zum Vergleich einen geringeren Konsum von 53,2 Kilogramm pro Person auf, laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium.
Die Strategie zur Fleischreduktion wird nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus umwelttechnischen Überlegungen heraus gefördert. 20 Prozent des CO2-Fußabdrucks Frankreichs werden durch die Agrarproduktion erzeugt, wobei die Fleischerzeugung unglaubliche 61 Prozent dieser Emissionen ausmacht.
Hinter den Kulissen wurde dabei intensiv über die Formulierung der Strategie verhandelt, wodurch die Veröffentlichung mehrfach verzögert wurde. Das Umweltministerium forderte eine klare Reduzierung des Fleischkonsums, während das Agrarministerium lediglich eine Begrenzung vorschlug. Letztlich setzte die Regierung auf den Kompromiss eines „ausgewogenen Fleischkonsums“.
In Frankreich, dem größten Agrarproduzenten der EU, stoßen vegetarische und vegane Optionen, gerade in der Gastronomie, immer wieder auf Barrieren, was häufig zu intensiven Diskussionen führt, insbesondere bei der Einführung von fleischfreien Menüoptionen in Kantinen.

