Fragmente eines verlorenen Krieges: Geleakte Bilder enthüllen gecanceltes Multiplayer God of War
Während die Gerüchteküche um Sonys Pläne für das God of War-Universum unaufhörlich brodelt, hat ein unerwarteter Blick in die Vergangenheit die Community in Aufruhr versetzt. Kürzlich aufgetauchte Screenshots gewähren einen faszinierenden, wenngleich melancholischen Einblick in ein Projekt, das dem Würgegriff der Konzernstrategie zum Opfer fiel: ein Multiplayer-Ableger der legendären Saga, der sich bei den Remake-Spezialisten von Bluepoint Games in Entwicklung befand. Diese digitalen Artefakte sind die Geister einer verlorenen Schlacht, die uns zurück in die blutgetränkte Erde des antiken Griechenlands führen.
Eine Reise zurück zu den Wurzeln
Die geleakten Bilder lassen keinen Zweifel am Schauplatz dieses verworfenen Epos. Unverkennbar zeugt die Architektur vom Glanz und der Dekadenz des alten Hellas, während zerbrochene Vasen und Töpfe von einer vergangenen Zivilisation erzählen. Es ist eine Rückkehr zu den Ursprüngen von Kratos‘ Zorn. Düstere Ruinen, die sich über die griechische Landschaft verteilen, deuten auf Erkundungstouren durch vergessene Katakomben hin. Andere Umgebungen offenbaren eine beeindruckende Vielfalt, von einem See aus Schwefelbecken an der Flanke eines Berges bis hin zu zerfallenden Tempelresten inmitten eines dicht bewachsenen Waldgebiets.
Einblicke in die digitale Schmiede
Einige der Aufnahmen gewähren sogar einen rohen, unverfälschten Blick auf die 3D-Assets, die für dieses ambitionierte Vorhaben erschaffen wurden. Sie zeigen uns die nackten Knochen der Spielwelt, noch bevor die künstlerische Magie sie zum Leben erweckt hätte. Besonders deutlich wird dies bei dem erwähnten See im Vulkangebiet, dessen heiße Quellen im Größenvergleich zum Spielcharakter-Modell ihre imposante Wirkung entfalten. Andere unfertige Modelle bestätigen griechische Gebäude und Ruinen, denen die feineren Details noch fehlen – ein klares Indiz dafür, dass diese Momentaufnahmen aus einer frühen Phase der Entwicklung stammen.
Hades‘ Fluch und offene Fragen
Der Bericht, der die Screenshots begleitet, deutet darauf hin, dass Hades eine zentrale Rolle in der Geschichte des gecancelten Titels gespielt hätte. Die Schwefelbecken sollen sein Reich gewesen sein. Welche Auswirkungen dies auf die übergeordnete Handlung gehabt hätte, bleibt für immer im Reich der Spekulation. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Erzählung vor den Ereignissen von God of War 3 angesiedelt war, wo der Gott der Unterwelt in einem epischen Bosskampf Kratos‘ Rache zum Opfer fällt. Obendrein enthüllt eines der Bilder eine faszinierende, aber rätselhafte Spielmechanik: Ein Bereich, der von einem „Fluch“ befallen ist, manifestiert sich in Form eines roten, korrosiven Effekts auf der Umgebung, ähnlich wie Rost auf Eisen. Was dies für das eigentliche Gameplay bedeutet hätte, ist ein Geheimnis, das mit dem Projekt zu Grabe getragen wurde.
Das Schicksal der Meister-Schmiede
Die Einstellung des mysteriösen Projekts von Bluepoint Games wurde bereits im Januar bestätigt und war Teil einer größeren Welle von Annullierungen, mit der Sony seine ambitionierten Live-Service-Pläne zurückfuhr. Auch SIE Bend Studio war von diesen Kürzungen betroffen. Sony versicherte damals jedoch, dass diese Entscheidungen nicht zur Schließung der hochtalentierten Studios führen würden und man eng mit ihnen an neuen Projekten arbeite. In der Zwischenzeit scheint Bluepoint bereits mit den Arbeiten an seinem nächsten Titel begonnen zu haben, der laut einer Stellenausschreibung ein Third-Person-Actionspiel mit einem starken Fokus auf den Nahkampf sein wird.


