Ford beendet Autoproduktion in Saarlouis: Ein historischer Schnitt und ein Blick in die Zukunft
Nach über einem halben Jahrhundert neigt sich die Ära der Autoproduktion im Ford-Werk Saarlouis dem Ende zu. Der letzte Ford Focus soll bereits am 21. November vom Band rollen, obwohl der offizielle Produktionsschluss erst auf den 30. November datiert ist. Diese Entscheidung markiert nicht nur das Ende einer Produktions-Ära, sondern auch einen emotionalen Wendepunkt für die gesamte Region und die rund 2.700 aktuell im Werk Beschäftigten.
Das Werk in Saarlouis hat seit Beginn der Fertigung im Januar 1970 mehr als 15,6 Millionen Fahrzeuge produziert, wobei der Ford Escort und der Ford Focus zu den erfolgreichsten Modellen zählen. Von 2013 bis 2018 wurde hier zudem der erste serienproduzierte Elektro-Pkw von Ford in Europa, der Focus Electric, in kleinen Stückzahlen gefertigt. Die Entscheidung, die Produktion zugunsten des spanischen Standorts in Valencia zu beenden, fiel im Juni 2022 und führte zunächst zu großer Unsicherheit unter den damals 4.600 Beschäftigten.
Dennoch gibt es auch positive Zukunftsaussichten: Ein neuer Sozialtarifvertrag, der seit Februar 2024 gilt, sieht umfangreiche Maßnahmen vor, darunter die Weiterbeschäftigung von 1.000 Mitarbeitenden bis Ende 2032. Zusätzlich sollen hohe Abfindungen, Prämien sowie die Bildung einer Transfergesellschaft helfen, die Übergangszeit zu überbrücken. Außerdem plant der Pharmadienstleister Vetter, auf dem Ford-Gelände ein neues Werk zu errichten, das rund 2.000 Arbeitsplätze schafft und mehrere hundert Millionen Euro Investitionen mit sich bringt.

