Förderlandschaft im Wohnungsbau: Neustart mit zwei Programmen
Die Bundesregierung plant eine grundlegende Vereinfachung der Förderung im Wohnungsbau. Zukünftig soll es nur noch zwei zentrale Förderprogramme geben: Eines für den Neubau und eines für die Modernisierung bestehender Gebäude. Diese Entscheidung soll den Zugang zur staatlichen Förderung erleichtern und mehr Menschen motivieren, ihre Wohnträume in die Tat umzusetzen.
Jahrelang befand sich der Wohnungsbau in einer Krise. Angesichts hoher Baukosten, Zinsen und langwieriger Genehmigungsverfahren wurde das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen jährlich nicht erreicht. Im Jahr 2024 wurden lediglich 251.900 neue Wohnungen fertiggestellt.
Die aktuelle schwarz-rote Regierung unter Kanzler Friedrich Merz hat sich daher von ambitionierten Neubauzielen distanziert. Doch aufgrund einer spürbaren Wetterbesserung am Bauhimmel sieht die Regierung nun eine Chance zur positiven Wende. Laut Bau-Staatssekretär Sören Bartol, der derzeit Bauministerin Verena Hubertz vertritt, zeigen Umfragen, dass die Stimmung in der Bauwirtschaft optimistischer wird. Die Zahl der Baugenehmigungen steigt langsam wieder und auch Investitionen verzeichnen einen Aufwärtstrend.
Ziel ist es nun, den richtigen Anreiz zur richtigen Zeit zu setzen. Im vergangenen Jahr unterstützte die KfW über diverse Förderprogramme den Bau von über 64.500 Wohnungen, zumeist durch zinsvergünstigte Kredite.
Das Programm „Klimafreundlicher Neubau“ war besonders nachgefragt, während das Programm „Jung kauft Alt“ weniger Interesse fand. In letzter Zeit liegt der Fokus verstärkt auf ungenutzten Bauplänen.
Ein weiteres Highlight ist die Reaktivierung der Förderung für den EH55-Standard seit Mitte Dezember. Nachdem dieses Programm 2022 auslief, fördert die KfW nun wieder den Bau von Wohnungen, die vollständig auf erneuerbare Energien setzen. Allein bis Ende des Jahres fand diese Förderung Anwendung auf 13.988 Wohnungen.
Während die Umstellung der Förderung anläuft, laufen vorerst sechs bewährte Programme weiter. Über die genauen Bedingungen der neuen Förderungspfeiler ist bislang wenig bekannt. KfW-Chef Stefan Wintels betont jedoch die Flexibilität und Individualität der Programme. Unklar bleibt, wie viel Wert künftig auf Klimaschutz gelegt wird und welche weiteren Konditionen für die zinsverbilligten Kredite gelten.

