Flugausfälle und Umleitungen nach US-Angriffen auf iranische Nuklearanlagen – Nahost-Konflikt verschärft Lage für Airlines
Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten hat direkte Folgen für den globalen Luftverkehr. Nach US-Luftangriffen auf drei iranische Nuklearanlagen am Samstag haben British Airways und Singapore Airlines ihre Verbindungen nach Dubai gestrichen. Die Maßnahmen reihen sich ein in eine Welle von Flugumleitungen und -ausfällen, die bereits mehr als 150 Fluggesellschaften betrifft – darunter Air France-KLM, American Airlines und Japan Airlines.
Im Zentrum der aktuellen Störungen stehen großflächige Sperrungen des Luftraums über Israel, Irak und Jordanien. Hintergrund ist die zunehmende militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und Iran, die mit dem US-Angriff eine neue Eskalationsstufe erreicht hat. Die Entscheidung von Ex-Präsident Donald Trump, iranische Nuklearziele zu attackieren, erhöht die Wahrscheinlichkeit direkter Vergeltung durch Teheran – insbesondere gegenüber US-Interessen.
Für europäische Airlines bedeuten die Entwicklungen eine zusätzliche Belastung. Bereits seit Beginn des Ukraine-Kriegs meiden sie den russischen Luftraum auf Verbindungen nach Asien, was Flugzeiten verlängert und Kosten in die Höhe treibt. Nun müssen auch Alternativrouten durch den Nahen Osten angepasst werden. Kommerzielle Flüge werden verstärkt über Saudi-Arabien und Ägypten umgeleitet.
Ein Flug von British Airways, der am Samstagabend London in Richtung Dubai verließ, wurde nach neun Stunden Flugzeit nach Zürich umgeleitet. Verbindungen nach Doha wurden ebenfalls gestrichen, Flüge nach Bahrain bleiben bis Ende Juni ausgesetzt. „Wir passen unseren Flugplan an, um die Sicherheit unserer Passagiere und Crews zu gewährleisten“, teilte die Airline mit.
Auch Singapore Airlines bestätigte die Streichung zweier Flüge nach Dubai, gestützt auf eine sicherheitstechnische Neubewertung der Lage im Nahen Osten. Bereits vor den US-Angriffen hatten American Airlines, United Airlines und Finnair Flüge in die Golfregion vorsorglich gestrichen.
Nach Angaben von Flightradar24 wurden seit Beginn des Israel-Iran-Kriegs täglich über 3.000 Flüge im Nahen Osten gestrichen. Die Lufträume über Iran, Irak und Syrien bleiben weitgehend leer, während der Verkehr sich auf südliche Korridore verlagert. Trotz der jüngsten US-Angriffe habe es laut Flightradar24 zunächst keine weiteren gravierenden Veränderungen im Flugverkehr gegeben.

