Fleischwirtschaft drängt auf Reformen bei Tierhaltungskennzeichnung
Die Fleischwirtschaft fordert tiefgreifende Reformen im Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung. Hubert Kelliger, Vorstandsmitglied des Verbandes der Fleischwirtschaft (VDF), kritisierte das aktuelle Gesetz als unnötig komplex und forderte Vereinfachungen.
Zur Umsetzung der Ziele solle auch die Zusammenarbeit mit Initiativen wie der privatwirtschaftlichen Initiative Tierwohl intensiviert werden. Ursprünglich sollte das Gesetz im August dieses Jahres in Kraft treten. Doch die Agrarministerkonferenz schlug jüngst vor, die Frist auf Januar 2026 zu verlegen, da ein pünktlicher Start im August aus Branchensicht kaum mehr realisierbar sei.
Gründe dafür seien versäumte Fristen der Bundesländer, die Landwirten die notwendige Registrierung erschwerten, so VDF-Vorstand Gereon Schulze Althoff. Ein weiterer Kritikpunkt ist das fehlende Kontrollkonzept des Gesetzes. Schulze Althoff bemängelte, dass die Verantwortung darüber vom Bund auf die Länder und von dort auf lokal nicht ausreichend ausgestattete Behörden übertragen wurde.
Die privatwirtschaftliche Initiative Tierwohl setze hier positive Maßstäbe, indem sie Landwirte regelmäßig kontrolliert. Zusätzlich plant die Initiative Tierwohl, die Vergütung für Landwirte in Haltungsform zwei ab April zu erhöhen, wodurch zusätzliche Anreize für bessere Tierhaltungen geschaffen werden sollen. Dies übersteige den gesetzlichen Mindeststandard und ermögliche Tiere in größeren und besser ausgestatteten Ställen zu halten.
Im Kontext der Diskussion um steuerliche Aspekte betont Kelliger, dass Fleisch als Grundnahrungsmittel nicht steuerlich benachteiligt werden solle. Er wies darauf hin, dass die Selbstversorgungsquote bei Fleisch in Deutschland gesunken sei, angetrieben durch die Unsicherheiten der Ampelregierung, die viele Landwirte zum Ausstieg aus der Fleischproduktion bewegten. Gleichzeitig steige jedoch der Fleischkonsum wieder an.
Vor dem Hintergrund eines sich rasant wandelnden globalen Handelsumfelds, insbesondere unter dem Einfluss der USA, sei die Sicherung der Lebensmittelsicherheit in Deutschland von besonderer Bedeutung, um den heimischen Bedarf decken zu können.

