Flächenwachstum: Deutschland auf der Suche nach Balance
Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen einen besorgniserregenden Trend: In den Jahren zwischen 2020 und 2023 wurden täglich rund 51 Hektar Land in Deutschland für Siedlungen und Verkehr in Anspruch genommen – eine Fläche, die etwa 70 Fußballfeldern entspricht. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, in dem der tägliche Verbrauch bei 49 Hektar lag, zeigt sich eine leichte Zunahme. Zu Beginn des Jahrtausends waren die Werte jedoch sogar noch dramatischer, damals wurden bis zu 128 Hektar täglich umgewandelt.
Die Bundesregierung verfolgt ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele: Bis zum Jahr 2030 soll der tägliche Flächenverbrauch auf 30 Hektar reduziert werden. Langfristig, bis 2050, wird sogar eine Flächenkreislaufwirtschaft angestrebt. Dieses Konzept sieht vor, keine weiteren Nettoflächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke zu beanspruchen, um auf diese Weise die Umwelt zu schonen.
Derzeit sind 14,6 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands von insgesamt 35,8 Millionen Hektar für Siedlungen und Verkehr reserviert. Den größten Anteil nimmt die Vegetation mit 83,1 Prozent ein, darunter dominieren landwirtschaftlich genutzte Böden mit 50,3 Prozent sowie Waldflächen mit einem Anteil von 29,9 Prozent. Dagegen entfallen nur 2,3 Prozent der Flächennutzung auf Gewässer.

