Finanzministerin verteidigt milliardenschwere Einsparungen im britischen Sozialwesen
In Großbritannien sorgt die Ankündigung weitreichender Haushaltskürzungen durch Finanzministerin Rachel Reeves für Aufsehen. Vor den Toren des Londoner Parlaments wurden ihre Pläne von einer lautstarken Menschenmenge, die gegen die Kürzungen im Bereich der Sozialhilfe protestierte, begleitet. Die Labour-Politikerin legte dar, dass bis zum Ende dieses Jahrzehnts rund 4,8 Milliarden Pfund (ca. 5,7 Milliarden Euro) eingespart werden sollen. Zusätzlich soll durch eine Straffung der Bürokratie ein weiterer Betrag von 3,5 Milliarden Pfund (etwa 4,2 Milliarden Euro) zur Verfügung stehen.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Wirtschaft nach einer Phase stagnierenden Wachstums zu beleben. Reeves' Strategie beinhaltet eine Reform der Unterstützung für Arbeitsunfähigkeit, insbesondere um jüngere Menschen zu ermutigen, wieder in den Arbeitsmarkt einzutreten. Diese Reformen führten jedoch zu Bedenken, dass damit die Gefahr besteht, mehr Bürger in Armut zu drängen, und dass vor allem Menschen mit Behinderungen und ernsthaften Erkrankungen negativ betroffen sein könnten.
Die Regierung unter Premierminister Keir Starmer steht vor der Herausforderung, trotz hoher staatlicher Verschuldung und ohne die Möglichkeit, Steuern zu erhöhen, wirtschaftliches Wachstum zu erzielen. Eine Regierungsstudie prognostiziert, dass in Folge der Reformen bis 2029/2030 rund 250.000 Menschen zusätzlich von relativer Armut betroffen sein könnten, darunter 50.000 Kinder. Gleichwohl betont die Regierung, dass Investitionen zur Unterstützung arbeitssuchender Menschen ebenfalls Teil des Sparpakets sind.

