Fidelity: Bitcoin könnte in einen Superzyklus eintreten

Parth Gargava, Managing Partner bei Fidelity Labs, deutet an, dass Bitcoin möglicherweise von seinem bekannten, mit den Halvings verbundenen Vierjahreszyklus abweicht und in einen sogenannten "Superzyklus" übergeht. Dieser könnte die Preise länger hoch halten und die Rückgänge weniger stark ausfallen lassen, sofern die strukturelle Nachfrage weiter wächst.
In einem Videoausblick von Fidelity für das Jahr 2026 erläuterte Gargava das Zyklusmodell, das viele Marktteilnehmer seit Jahren verwenden: Höhepunkte, die etwa anderthalb Jahre nach jedem Halving auftreten. Er verwies auf das Halving 2016, gefolgt von einem Höchststand im Dezember 2017 nahe $20.000, und das Halving 2020, gefolgt von einem weiteren Höchststand 2021 etwa 18 Monate später.
Diese Historie ist wichtig, da sie die Diskussion um das jüngste Halving im April 2024 einrahmt. Gargava erkannte an, dass einige Investoren aus früheren Zyklen einfache Schlüsse ziehen: „Vielleicht haben wir den Höchstpreis bereits überschritten.“ Er stellte diese Ansicht jedoch als nur eine Seite der Argumentation dar und hob eine konkurrierende These hervor, dass sich die Marktstruktur weiterentwickelt.
„Auf der anderen Seite gibt es viele Argumente dafür, dass wir in einen Superzyklus eingetreten sein könnten, im Gegensatz zu dem, was wir in den letzten vier Jahren gesehen haben“, sagte Gargava. „Ein Superzyklus bedeutet, dass es längere Hochs und flachere Rückgänge geben könnte.“
Drei Kräfte, die Bitcoin in einen Superzyklus treiben könnten
Gargava nannte drei Faktoren, die diesen Regimewechsel unterstützen könnten.
Der erste ist der „stetige Einstieg von Institutionen, die sich auf ETFs konzentrieren“, den Gargava als anhaltende Nachfrage und nicht als episodische spekulative Ausbrüche darstellte. ETFs könnten als Kanal fungieren, der kontinuierlich Kapital zuführt, selbst wenn die Stimmung nachlässt, und so das typische Marktverhalten nach einem Höchststand verändern.
Der zweite Faktor ist die Politik. Gargava verwies auf „pro-krypto-politische Maßnahmen“ in den USA als unterstützenden Hintergrund, was impliziert, dass eine freundlichere regulatorische Haltung das Risiko von Schlagzeilen reduzieren und eine breitere Beteiligung von Investoren und Vermittlern fördern könnte, die bisher abseits standen.
Der dritte Faktor ist die Marktreife und sich ändernde Korrelationen. „Wir sehen auch, wie der Kryptomarkt als Ganzes reift und sich von S&P 500 und Edelmetallen abkoppelt“, sagte er. Dies könnte bedeuten, dass sich das Handelsverhalten von Bitcoin weniger an traditionellen Risikoanlagen orientiert und sich vom einfachen „digitalen Gold“-Narrativ entfernt, was für Positionierung, Absicherung und makroökonomische Sensibilität von Bedeutung sein könnte.
Bemerkenswert ist, dass Gargava nicht behauptete, der Vierjahreszyklus sei definitiv gebrochen. Stattdessen stellte er die Frage für 2026: Ob Bitcoin weiterhin einem post-Halving-Pfad folgt, der in einem bekannten, scharfen Boom-und-Bust-Muster gipfelt, oder ob strukturelle Kräfte wie ETF-getriebene institutionelle Nachfrage, eine unterstützendere US-Politik und ein reiferes Marktprofil eine längere, stetigere Expansion mit „flacheren Rückgängen“ unterstützen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Bitcoin bei $92.182 gehandelt.

