Fed-Unabhängigkeit im Fokus: Wie politisch sind Dollar-Swap- Linien?
Wall Street erlebte am Mittwoch einen Rückgang, da hohe Preise und Bewertungen die Stimmung drückten, während der Dollar zulegte, nachdem Anleger die zurückhaltenden Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell zur Kenntnis genommen hatten. Die aktuelle Diskussion über die Politisierung der Federal Reserve wirft die Frage auf, ob auch die Dollar-Swap-Linien, eine kritische Liquiditätsquelle für Zentralbanken in Krisenzeiten, von dieser Entwicklung betroffen sind.
Diese Dollar-Swap-Linien fungieren als Lebensadern für Zentralbanken wie jene in der Eurozone, Japan und Kanada. Ihre Relevanz wird deutlich, wenn man ihre Rolle bei der Vermeidung globaler Finanzkrisen betont. Die jüngsten Entwicklungen unter Präsident Donald Trump lassen allerdings vermuten, dass diese Instrumente zunehmend als politisches Werkzeug genutzt werden könnten.
So wird beispielsweise diskutiert, ob ein durch Trump beeinflusstes Fed bereitwillig Dollar an alle ausländischen Zentralbanken verleihen würde. Die unterschiedliche Behandlung Südkoreas und Argentiniens seitens der US-Regierung verdeutlicht die potenziell politische Dimension dabei.
Analysten weisen darauf hin, dass nur das Federal Open Market Committee oder der US-Kongress Änderungen an diesen Swap-Linien vornehmen können. Dennoch wächst der Druck seitens der Regierung auf die Fed, was sich in Forderungen nach Zinssenkungen und Veränderungen im Vorstand widerspiegelt.
In einem neueren Papier wird untersucht, ob politische Ausrichtung mit den USA Einfluss darauf hatte, welchen Ländern in der Vergangenheit Swap-Linien gewährt wurden. Die empirischen Belege deuten darauf hin, dass dies durchaus der Fall war. Zudem sind die Marktteilnehmer zunehmend besorgt über die wachsende Politisierung.
Hierbei stellt sich die zentrale Frage: Wird die politische Ausrichtung tatsächlich zum entscheidenden Faktor bei der Vergabe von Dollar-Swap-Linien?

