Fed bleibt trotz zäher Inflation auf Kurs für Zinssenkungen
In einer aktuellen Analyse des bevorzugten Inflationsindikators der US-Notenbank zeigt sich, dass die Preise weiterhin schwerfällig sind. Dennoch dürfte dieser Bericht die Zentralbank nicht davon abhalten, weitere Zinssenkungen für das Jahr 2025 anzupeilen, besonders wenn der Arbeitsmarkt schwach bleibt.
Der Personal Consumption Expenditures (PCE) Index exklusive Lebensmittel- und Energiepreise verzeichnete für August eine Inflationsrate von 2,9 %, was den Erwartungen entsprach und sich auf dem gleichen Niveau wie im Monat zuvor hielt. Ellen Zentner, Chefstrategin für Morgan Stanley Wealth Management, analysiert: „Obwohl die Inflation nicht sinkt, beschleunigt sie sich auch nicht erneut. Die Wirtschaft entwickelt sich, überhitzt jedoch nicht.“
In der vergangenen Woche senkten die Fed-Vertreter erstmals die Zinsen für 2025 und prognostizierten zwei weitere Senkungen für das Jahr, was Kürzungen Ende Oktober und Anfang Dezember bedeuten würde. Die Inflation könnte auf 3,1 % im Jahr 2025 ansteigen, bevor sie im nächsten Jahr wieder auf 2,6 % sinkt. Diese Zahlen liegen immer noch über dem 2 %-Ziel der Fed, jedoch sorgen sich viele Entscheidungsträger zunehmend um die Schwäche am Arbeitsmarkt.
Der entscheidende Faktor für die nächste Entscheidung der Fed ist ein neuer Arbeitsmarktbericht. Jedoch könnte es zu Verzögerungen kommen, sollte es nächste Woche zu einem Regierungsstillstand kommen. Fed-Chef Jerome Powell wies darauf hin, dass die Handelszölle von Präsident Trump möglicherweise zu einem einmaligen Preisanstieg führen, der sich über mehrere Quartale erstrecken könnte.
Andere Mitglieder der Fed sind besorgt über das Risiko einer anhaltenden Inflation. Austan Goolsbee, Präsident der Chicago Fed, warnte davor, die Inflation als vorübergehend anzusehen. Zudem wird auf eine steigende Produktivität hingewiesen, die den Druck auf die Inflation mindern könnte.
Einige Fed-Vertreter drängen auf schnellere Zinssenkungen, darunter Gouverneurin Michelle Bowman, die insgesamt drei Zinssenkungen in diesem Jahr vorsieht. Die Debatte darüber, ob die Fed mehr auf die Inflation oder die Beschäftigung achten sollte, bleibt bestehen.

