FCAS: Ein multinationales Projekt mit Spannungspotential
Inmitten wachsender Herausforderungen in der internationalen Zusammenarbeit bei Rüstungsprojekten hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Vertreter aus Frankreich und Spanien nach Berlin eingeladen, um den Fortgang des Future Combat Air System (FCAS) zu erörtern. Dieses Projekt gilt als essenziell für die künftige Verteidigungsstrategie Europas.
Die Zusammenkunft in Berlin soll dazu dienen, bestehende Hürden zu identifizieren und zu beseitigen. Pistorius bezeichnete das FCAS als „Mega-Zukunftsprojekt“, für dessen Verwirklichung die beteiligten Regierungen die Industrieakteure zusammenbringen müssen. Vertragsverhandlungen seien weiterhin zentral, insbesondere da bestehende Vereinbarungen stets einzuhalten sind. Änderungen erfordern daher Neuverhandlungen, deren Länge jedoch begrenzt bleiben muss, da das Projekt keinen weiteren Aufschub duldet.
Zur Realisation von FCAS arbeiten bereits renommierte Unternehmen wie Airbus, Dassault Aviation und Indra Sistemas eng zusammen. Der Antrieb entsteht in Kooperation der deutschen MTU, dem französischen Safran und Spaniens ITP Aero. Auch Hensoldt trägt zur Entwicklung bei, indem es Radar-Demonstratoren liefert. Interessant bleibt die Möglichkeit einer Erweiterung der französischen Partnerschaft – eine Entscheidung, die noch bis zum Jahresende erwartet wird.
Im Ergebnis soll FCAS ab 2040 den Eurofighter ablösen und mit Drohnentechnologie eine neue Ära der Luftkampfstrategie einleiten. Trotz gemeinsamer Ziele stehen die beteiligten Nationen allerdings vor spezifischen, manchmal widersprüchlichen Interessen, die sich in der Projektbeteiligung widerspiegeln.

