Faktencheck: Herausforderungen bei Trumps Rede zur Lage der Nation
US-Präsident Donald Trump hat in seiner kürzlich gehaltenen Rede zur Lage der Nation eine Reihe von Errungenschaften seiner Amtszeit hervorgehoben. Doch nicht alle Behauptungen des Republikaners halten einer genauen Überprüfung stand, wie ein fundierter Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur offenlegt.
Die Behauptung, er habe ein Land in wirtschaftlicher Stagnation übernommen, erscheint überzogen. Tatsächlich zeigte die unter Trump begonnene, aber unter Joe Biden geführte Wirtschaft von 2023 bis 2025 ein solides Wachstum von 2,9 Prozent auf 2,2 Prozent. Dies untermauert, dass die wirtschaftliche Landschaft zur Zeit von Trumps Amtsübernahme alles andere als stagnierte.
Im Bereich der Arbeitsmarktentwicklung hebt Trump hervor, dass mehr Menschen als je zuvor beschäftigt seien. Dieser Anstieg ist jedoch weitgehend dem natürlichen Bevölkerungswachstum zu verdanken, das die Erwerbstätigenquote unter Trump auf das gleiche Niveau wie unter Biden im Jahr 2024 hält.
Was die Inflation betrifft, zeigt sich ein Rückgang zu Beginn des Jahres, doch liegt die Rate weiterhin über den angestrebten 2 Prozent der Federal Reserve. Hier ist also ein differenziertes Bild angesagt: während die Inflation sinkt, bleibt das gewünschte Ziel der Fed noch aus dem Blickfeld.
Trumps weitreichende Steuersenkungen werden von Experten ebenfalls in Frage gestellt. Die Tax Foundation erachtet das jüngste Steuergesetz als lediglich sechstgrößte in der Geschichte der USA, hinterlegt mit historischen Vergleichen unter anderem zu Barack Obama.
Die vermeintlichen Zusagen für Investitionen von über 18 Billionen Dollar sind laut dem Weißen Haus eher als 9,7 Billionen zu sehen. Diese werden mit allgemeinen, bereits vorhandenen Projekten und optimistischen Investitionsprognosen bewertet.
Trump berichtete auch von gewaltigen Senkungen der Preise für verschreibungspflichtige Medikamente – über 300 Prozent! Ein solches Szenario ist jedoch mathematisch unmöglich und durch aktuelle Preistrends nicht gestützt.
Die angebliche Verringerung des Fentanyl-Zustroms um 56 Prozent basiert auf Beschlagnahmungsdaten, nicht auf realen Einfuhrmengen. Die Grenzstatistiken spiegeln in der Zwischenzeit einen signifikanten Rückgang von illegalen Grenzübertritten wider, jedoch nicht auf die Nullmarke.
Zu den Konflikten, deren Beendigung Trump in den vergangenen Monaten für sich in Anspruch nimmt, zählen zahlreiche, deren Waffen schweigen. In einzigartigen Fällen wie Indien bekräftigen jedoch Gegendarstellungen ihre eigene Sichtweise, und auch die Spannungen zwischen Kongo und Ruanda blieben, trotz einer Funktion Washingtons als Mediator, bestehen.

