Fahrradmarkt: Hoffnungsträger E-Bike trotzt kühler Saison
Die deutsche Fahrradindustrie freut sich über einen soliden Jahresstart mit einer Produktions- und Absatzsteigerung im ersten Quartal. Trotz eines bemerkenswerten Anstiegs von 11 Prozent auf 885.000 verkaufte Fahrräder mahnt der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) zur Vorsicht. Das derzeitige Wachstum indiziert laut dem Verband keine Rückkehr zu früheren, regelhaften Absatzzahlen.
Die Wintermonate gelten traditionell als schwache Phase im Geschäftsjahr der Fahrradbranche, weshalb die Zahlen des ersten Quartals mit Vorsicht zu genießen sind. Die vorläufigen Einschätzungen des ZIV deuten darauf hin, dass die Verkäufe im April und Mai schwächer ausfielen, sodass für das gesamte Frühjahr nur noch von einem moderaten Plus von 5 Prozent auszugehen ist.
Ein weiterer Lichtblick: E-Bikes überholen weiterhin die Verkäufe konventioneller Fahrräder und markieren somit einen klaren Trend am Markt. Mit 760.000 produzierten Fahrrädern zwischen Januar und März, ein Plus von 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, zeigt sich die Produktionskapazität ebenfalls gestärkt. 520.000 der hergestellten Einheiten waren E-Bikes, während der Rest auf herkömmliche Räder entfiel.
Auch Importe und Exporte stellten sich als wachstumsstark heraus. Dennoch warnt ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork vor verfrühtem Optimismus und betont, dass die Talsohle durchschritten sei, die Marktprognosen für das laufende Jahr aber noch verhalten ausfallen.
Nach einem pandemiebedingten Boom und anschließendem Einbruch auf 3,85 Millionen verkaufte Einheiten im vergangenen Jahr, ringt der Markt mit hohen Lagerbeständen und zeitweisen Lockangeboten. Laut Stork zeigt die Perspektive ab 2026 jedoch positive Signale für eine nachhaltige Erholung der gesamten Branche auf.

