EZB-Prognosen: Stärkere Wachstumsimpulse und modifizierte Inflationsziele
Die Europäische Zentralbank überrascht mit angepassten Wachstumsprognosen für die Eurozone und zeigt sich optimistischer als noch im Juni. Für das Jahr 2023 prognostiziert die EZB ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent in den 20 Mitgliedsländern der Gemeinschaftswährung, während sie zuvor nur von 0,9 Prozent ausging. Trotz der Herausforderungen durch gestiegene US-Zölle zeigt sich die ökonomische Widerstandsfähigkeit des Euroraums stärker als erwartet. Auch das abgeschlossene Zollabkommen zwischen Brüssel und Washington trägt dazu bei, das Schreckgespenst eines eskalierenden Handelsstreits zu entschärfen.
Jedoch hat die EZB ihre Wachstumsprognose für 2026 von 1,1 Prozent auf 1,0 Prozent leicht gesenkt, während für 2027 weiterhin ein Anstieg von 1,3 Prozent prognostiziert wird. Die angekündigten Milliardeninvestitionen in die europäische Verteidigung könnten dabei einen wichtigen Impuls für die wirtschaftliche Dynamik darstellen.
Beim Blick auf die Inflation zeigt sich die Notenbank kaum weniger optimistisch. Die neueste Prognose bekräftigt, dass die Inflation im Jahr 2023 mit 2,1 Prozent leicht über der angestrebten Zielmarke von 2,0 Prozent liegt. Noch im Juni wurde eine Punktlandung vorhergesagt. In Deutschlands Wirtschaft, der größten innerhalb Europas, sind bereits erste Anzeichen eines leichten Preisanstiegs zu erkennen.
Die zentrale Aufgabe der EZB bleibt die Sicherstellung der Preisstabilität im Euroraum, mit einer angestrebten Teuerungsrate von 2,0 Prozent. Angepasst hat die Bank ihre Inflationserwartungen für 2026, die nun bei 1,7 Prozent statt der bisherigen 1,6 Prozent liegen. Für das Jahr 2027 bleibt die Prognose einer Jahresinflation von 1,9 Prozent bestehen.

