EZB plant Stillstand bei Leitzinsen: Beruhigung auf den Märkten erwartet
In einem Umfeld anhaltender politischer Unsicherheiten und einer wieder eingedämmten Inflation scheint es, als würde die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im Euroraum abermals unangetastet lassen. Prognosen von Ökonomen zufolge wird erwartet, dass die EZB diesen Donnerstag den Einlagenzins – entscheidend für Sparer und Banken – weiterhin bei 2,0 Prozent hält. Die bedeutende Zinsentscheidung, die außergewöhnlich in Florenz und nicht wie üblich in Frankfurt getroffen wird, ist für den Nachmittag (14:15 Uhr) angesetzt. Die Leitzinsen haben weitreichende Effekte auf die Finanzmärkte, indem sie sowohl die Kreditzinsen für Unternehmen als auch die Sparzinsen direkt beeinflussen.
Ein Abwarten seitens der EZB scheint plausible, denn die nach dem Ausbruch des russischen Ukraine-Kriegs stark gestiegene Inflation im Euroraum ist wieder unter Kontrolle. Für 2023 erwartet die EZB eine geringfügige Teuerungsrate von 2,1 Prozent, fast in Zielnähe zur angestrebten 2,0-Prozent-Marke. Trotz erschwerter Bedingungen durch höhere US-Zölle zeigt sich die europäische Wirtschaft überraschend stabil. Störfaktor bleibt allerdings die politische Krise in Frankreich.
Nach zuvor erfolgten Zinssenkungen pausierte die Notenbank bereits im Juli und September. Im Frühjahr 2024 lag der Einlagenzins noch bei 4,0 Prozent – doppelt so hoch wie derzeit. Entsprechend sind auch die Sparzinsen merklich gesunken, was weiterhin für Unruhe sorgt.

