Unglück

«Born to fly» – Extremsportler Baumgartner stürzt zu Tode

17. Juli 2025, 23:14 Uhr · Quelle: dpa
Felix Baumgartner
Foto: Caroline Seidel/dpa
Tod in Italien: Der Extremsportler Felix Baumgartner kommt bei einem Sprung mit dem Gleitschirm ums Leben. (Archivbild)
Felix Baumgartner, bekannt für seinen spektakulären Stratosphärensprung, starb tragisch bei einem Gleitschirmunfall an der Adria-Küste. Die Ursachen sind unklar, jedoch hinterlässt der Österreicher ein aufregendes und umstrittenes Erbe.

Porto Sant’Elpidio (dpa) - Aus den Schlagzeilen war er längst wieder verschwunden. Was aber nicht zu bedeuten hatte, dass Felix Baumgartner nicht weiterhin die ganze Welt an seinem Leben teilhaben lassen wollte. Auf seinem Instagram-Konto postete der Österreicher, der 2012 als erster Mensch aus 39 Kilometern Höhe aus der Stratosphäre hinunter auf die Erde gesprungen war, in den letzten Tagen mehr als ein Dutzend Fotos, auf denen er mit seinem Gleitschirm über der Adria-Küste unterwegs war. 

Mehrmals sieht man auf den Bildern einen Swimmingpool in schönstem Blau. «Our hideaway» schrieb er dazu. In eben einem solchen Pool – möglicherweise genau diesem – ist das Leben des Extremsportlers nun zu Ende gegangen. Der 56-Jährige stürzte mit seinem Schirm aus zunächst ungeklärter Ursache im Badeort Porto Sant'Elpidio an der Adria-Küste auf das Gelände eines Hotels. Vermutet wird, dass er durch einen Schwächeanfall die Kontrolle über seinen motorisierten Paraglider verlor. Auch ein technisches Versagen oder ein Missgeschick seien nicht auszuschließen, hieß es. 

Hotelangestellte bei Aufprall verletzt

Nach Angaben der italienischen Feuerwehr war Baumgartner auf der Stelle tot. Bei dem Aufprall wurde auch eine Animateurin des Hotels verletzt – nach Informationen der Sportzeitung «La Gazzetta dello Sport» glücklicherweise nicht schwer. In dem Pool hielten sich italienischen Medienberichten zufolge mehrere Gäste auf, die den Sturz miterleben mussten. Sie seien unverletzt geblieben, hieß es. Möglicherweise hätte alles noch schlimmer kommen können.

Baumgartner hatte 2012 mit seinem Sprung aus 39 Kilometern Höhe Schlagzeilen rund um die Welt gemacht. Damals sahen Millionen Menschen an den TV-Bildschirmen und auf ihren Computern live zu, wie er sich in die Tiefe stürzte. Der Österreicher erreichte dabei eine irrwitzige Geschwindigkeit von mehr als 1.300 Stundenkilometern. Zudem holte er den Rekord für den höchsten bemannten Ballonflug und den höchsten Fallschirmsprung. Auf die Erde zurück kehrte er damals im US-Staat New Mexico.

«Ich fühle mich in der Luft zu Hause»

Die ersten Gedanken sind nun vermutlich bei vielen gleich: Wie kann jemand einen solch äußerst lebensgefährlichen Rekordsprung überstehen – und dann bei einem verhältnismäßig harmlosen Flug mit dem Gleitschirm ums Leben kommen? Gerade in Italien gehören solche Flüge in vielen Regionen fast schon zum touristischen Standardprogramm.

Baumgartner selbst hatte sich zu seiner Leidenschaft fürs Fliegen in Interviews immer wieder geäußert. «Ich fühle mich in der Luft zu Hause – so wie Seeleute auf See oder Bergsteiger in den Bergen», war einer seiner vielzitierten Sätze. Oder: «Manchmal muss ganz nach oben um zu verstehen, wie klein wir wirklich sind.» 

Auf seinen Unterarm hatte er sich «Born to fly» tätowieren lassen. Manche warfen ihm vor, es mit der Selbstdarstellung zu übertreiben. Auch der Sinn seiner Jagd nach Rekorden wurde infrage gestellt.

Fallschirmspringer beim Militär

Der gebürtige Salzburger träumte bereits als Kind vom Fliegen. Nach der Schule arbeitete er als Kfz-Mechaniker und ging dann zur Armee. Dort wurde er zum Fallschirmspringer ausgebildet. Seinen ersten Basejump machte er 1996. Im Jahr danach wurde das Springen zum Beruf. Gesponsort wurde er vom Getränkekonzern Red Bull. Bei der American B.A.S.E. Association hatte er eine eigene Mitgliedsnummer: 502. Die bekommt man nur, wenn man von Building (Gebäude), Antenna (Antenne), Span (Brücke) und Earth (Klippen) herunter gesprungen ist.

Nach seinem Rekordsprung aus der Stratosphäre mit einer Höchstgeschwindigkeit von Mach 1,25 – oder genau 1.357,6 Stundenkilometern – kündigte Baumgartner an, dem professionellen Sport den Rücken zu kehren und sich als Rettungshubschrauberpilot ein neues Standbein aufzubauen. In den vergangenen Jahren wurde es ruhiger um ihn. 

Ärger wegen politischen Äußerungen

Zunehmend ging es eher um seine Äußerungen zur Politik als um den Sport – beispielsweise, als er sich für eine «gemäßigte Diktatur» aussprach. Wegen abwertender Äußerungen über Frauen bekam er in seiner Heimat den Negativ-Preis «Rosa Handtaschl» verliehen. 

An der Adria machte er Urlaub, zusammen mit seiner Frau – nicht ohne in den sozialen Netzwerken weiter aktiv zu bleiben. Kurz vor dem Unfall postete er bei Instagram noch eine Story. Sein Kommentar: «Too much Wind». Er flog dann doch.

Notfall / Leute / Extremsport / Italien / Österreich
17.07.2025 · 23:14 Uhr
[7 Kommentare]
Deutsche Fußball-Fans
Berlin (dpa) - Gut fünf Monate vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft steht fest, wie treue Fans an die verbilligten Eintrittskarten kommen. Wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte, gehen 70 Prozent der sogenannten 60-Dollar-Tickets an die Mitglieder des Fan Clubs Nationalmannschaft mit den meisten Bonuspunkten. Die verbleibenden 30 Prozent werden über Fan Club Betreuer und an […] (00)
vor 29 Minuten
Büros (Archiv)
Wiesbaden - Der Dienstleistungssektor in Deutschland (ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) hat im Oktober 2025 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) 0,4 Prozent und nominal (nicht preisbereinigt) 0,1 Prozent weniger Umsatz erwirtschaftet als im September 2025. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Oktober […] (00)
vor 2 Minuten
Pat Smear
(BANG) - Pat Smear wird "einige" Foo Fighters-Gigs verpassen, nachdem er sich bei einem "bizarren Gartenunfall" "mehrere Knochen im Fuß" gebrochen hat. Die Heavy-Rock-Band nahm die Situation mit Humor und veröffentlichte ein gefälschtes Magazincover, das den 66-jährigen Rhythmusgitarristen im Rollstuhl zeigt, mit einem eingeblendeten Röntgenbild seines Fußes. Die Schlagzeile lautet: "Breaking […] (00)
vor 15 Stunden
JVA
Düsseldorf (dpa) - Etliche Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Deutschland kommunizieren mit ungeschützter Funktechnik. Der Digitalfunk zahlreicher Haftanstalten, Flughäfen und Energieversorger lässt sich mit geringem technischen Aufwand auch aus der Ferne abhören, weil die Betreiber auf die Verschlüsselung ihrer Netze verzichten, wie die «Wirtschaftswoche» berichtet. Die AG Kritis, eine […] (00)
vor 10 Stunden
ARC Raiders im Cheater-Chaos – jetzt reagiert das Studio endlich
Die Stimmung rund um ARC Raiders war zuletzt alles andere als entspannt. In Foren, auf Reddit und vor allem auf Twitch häufte sich der Frust: Cheater, Hacker und Stream-Sniper machten vielen Spielern das Erlebnis zur Qual. Manche Fans sprachen sogar davon, das Spiel vorerst komplett liegen zu lassen. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache. Entwickler Embark Studios hat sich offiziell geäußert […] (00)
vor 32 Minuten
«ARD Crime Time» beleuchtet Serienmord-Serie der Wendezeit
Ab dem 24. Februar 2026 widmet sich die ARD in einer dreiteiligen Reihe einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der frühen 1990er-Jahre in Brandenburg. In Rosa Riese rekonstruiert die Reihe «ARD Crime Time» eine Mordserie, die während der gesellschaftlichen Umbruchszeit nach dem Mauerfall die Region Potsdam-Mittelmark erschütterte. Ein Täter, der häufig am helllichten Tag in den brandenburgischen Wäldern zuschlug, ermordete mehrere Frauen […] (00)
vor 1 Stunde
Siemens und Nvidia: Am Beginn einer industriellen KI-Revolution
Vom digitalen Modell zur realen Fabrik Im Mittelpunkt der Kooperation steht der Schritt von rein digitalen Simulationen hin zu KI-gestützten Eingriffen in reale Produktionsprozesse. Nvidia-Chef Jensen Huang machte deutlich, dass KI künftig nicht mehr nur Prozesse abbilden, sondern aktiv steuern und optimieren soll. Für Siemens bedeutet das eine konsequente Erweiterung seines Software- und Automatisierungsgeschäfts in Richtung industrieller […] (00)
vor 33 Minuten
Wenn die Beziehung stirbt, stirbt die Funktion – warum Pulsdruckrhythmus entscheidend ist
Hamburg, 08.01.2026 (PresseBox) - In der kardiovaskulären Beurteilung wird häufig nach einzelnen Abweichungen gesucht: unregelmäßige Herzschläge, auffällige Frequenzen oder kurzfristige Rhythmusstörungen. Doch diese Betrachtung greift zu kurz. Entscheidend für die tatsächliche Versorgung des Körpers ist nicht die Abweichung an sich, sondern die Beziehung zwischen elektrischer Aktivität des Herzens […] (00)
vor 12 Stunden
 
Ramona Hofmeister
Scuol (dpa) - Der Olympia-Traum von Deutschlands Top-Snowboarderin Ramona Hofmeister scheint […] (01)
Biathlon Weltcup in Oberhof
Oberhof (dpa) - Tommaso Giacomel reckte den rechten Arm mit dem Trauerflor nach oben und […] (01)
Millerntor Stadion
Berlin (dpa) - Zum Jahresauftakt wird es ungemütlich in den Bundesligastadien, es droht […] (03)
Verletzte nach Schüssen in Portland
Portland (dpa) - Nach tödlichen Schüssen der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis sorgt […] (01)
Kroatien - Deutschland
Zagreb (dpa) - Angeführt von Torhüter David Späth haben sich die deutschen Handballer mit einem […] (03)
Flutlichtspiele: RTL zeigt Köln gegen Bayern und Dortmund gegen Mainz
In Kooperation mit Sky Sport zeigt der Kölner Sender gleich mehrere Topspiele aus der 1. und 2. Bundesliga […] (02)
Novo Nordisk meldet starkes Comeback an der Börse
Starker Jahresauftakt für Novo Nordisk Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk setzt seinen […] (00)
Tulpar bietet jetzt vier Jahre Garantie auf Notebooks
Notebookhersteller Tulpar führt zum neuen Jahr eine auf vier Jahre verlängerte kostenlose […] (00)
 
 
Suchbegriff