Exporteinbruch durch Zolldrohungen: Deutsche Unternehmen im Transatlantik-Dilemma
Die deutschen Exporte in die USA haben im Jahr 2025 einen bemerkenswerten Rückgang verzeichnet, ausgelöst durch den anhaltenden Zollstreit mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Im Zentrum der Diskussion steht die deutsche Automobilindustrie, die überproportionale Verluste hinnehmen musste. Geplante neue Zölle als Teil des Grönland-Konflikts verschärfen die Lage zusätzlich. Ökonomen prognostizieren weitere Herausforderungen für deutsche Exportfirmen, selbst wenn eine Lösung im Streit um die Arktisinsel zustande kommen sollte.
Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), beschreibt den US-Markt mittlerweile als risikoreichen Markt, der auf absehbare Zeit keine Wachstumschancen mehr bieten könnte. Die Hoffnungen, die in den im Sommer 2025 vereinbarten Zolldeal zwischen der EU und den USA gesetzt wurden, haben sich mit den neuen Drohungen aufgelöst, was das Vertrauen in die USA als verlässlichen Handelspartner weiter schwinden lässt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Exporte im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Prozent auf 135,8 Milliarden Euro gesunken sind, während die Importe aus den USA leicht gestiegen sind. Dies führte zu einem starken Rückgang des deutschen Exportüberschusses mit den USA, der den niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie erreichte.
Die deutsche Autoindustrie hat mit einem dramatischen Exportrückgang von 17,5 Prozent stark gelitten. Auch der Export von Maschinen verzeichnete Einbußen, während die Ausfuhren pharmazeutischer Produkte einen leichten Anstieg verzeichneten. Der Grönland-Streit könnte durch die angekündigten gestaffelten Zölle Trumps weiter eskalieren, was die Verhandlungen zwischen der EU und den USA unter Druck setzt. Als Reaktion auf Trumps Zolldrohungen plant die EU potenziell weitreichende Handelsmaßnahmen.
Nicht zuletzt hat der Handelsstreit die globale Handelsdynamik verschoben. China ist infolge der rückläufigen Exporte in die USA zum wichtigsten Handelspartner Deutschlands geworden.

