Evotec trotzt schwachen Quartalszahlen: Anleger hoffen auf J.POD-Verkauf
Die jüngsten Quartalszahlen von Evotec scheinen die Anleger des Pharmawirkstoffforschers nicht weiter in Schrecken zu versetzen, nachdem der Konzern bereits im Juli eine Gewinnwarnung ausgegeben hatte. Das Augenmerk der Investoren richtet sich inzwischen auf den möglichen Verkauf der biopharmazeutischen Produktionsanlage 'J.POD' in Toulouse durch die Tochter Just - Evotec Biologics. Am Mittwoch verzeichnete die Evotec-Aktie am späten Vormittag einen Kursanstieg von 2,2 Prozent auf 6,72 Euro. Zu Handelsbeginn war der Kurs sogar zeitweise fast auf 6,90 Euro geklettert. Dennoch erwies sich der Widerstand der 21-Tage-Gleitlinie als zu stark, sodass ein Teil der Kursgewinne wieder eingebüßt wurde. Um die Verluste seit dem markanten Kurseinbruch am 21. Juli – infolge der Anpassung der Jahresumsatzprognose – auszugleichen, müsste die Aktie noch 11 Prozent zulegen. Auf diesem Weg warten jedoch weitere Herausforderungen in Form der 50- und 90-Tage-Linien, die als zusätzliche Barrieren gelten. Nach der Ankündigung des möglichen Verkaufs stieg der Aktienkurs Ende Juli kurzzeitig auf den Höchststand seit Mai – auf rund 7,84 Euro –, doch die Vorsicht der Anleger ließ den Kurs erneut fallen. Analyst Charles Weston von der RBC wies darauf hin, dass der Quartalsumsatz hinter den Erwartungen blieb, während das negative operative Ergebnis den Prognosen entsprach. Evotec hatte die Umsatzprognose für 2025 von ursprünglich 840 bis 880 Millionen Euro auf 760 bis 800 Millionen Euro gesenkt, jedoch die Schätzung für das bereinigte Ebitda beibehalten. Warburg Research-Analyst Christian Ehmann betonte, dass das Hauptproblem weiterhin in der Nachfrageschwäche liege und die bisherige strategische Neuausrichtung noch nicht zum erhofften Wachstum geführt habe. Im Mittelpunkt der am selben Tag stattfindenden Telefonkonferenz stehen die Details des möglichen Verkaufs des Standorts in Toulouse an Sandoz, wobei sich Analysten weitere finanzielle Informationen erhoffen. Seit ihrem Mehrjahreshoch von fast 46 Euro im Jahr 2021 haben die Evotec-Aktien rund 85 Prozent ihres Wertes verloren, was die Notwendigkeit umfassenderer strategischer Maßnahmen unterstreicht.

