Europas neue Rolle in einer sich wandelnden Weltordnung
Europa hat in der Vergangenheit durch die Eroberungsgelüste großer Imperien viel Leid verursacht. Inzwischen hat der Kontinent diesen Weg abgelegt und sich auf demokratische Werte und Entscheidungsprozesse fokussiert. Doch genau diese Unentschlossenheit droht die Europäische Union jetzt angreifbar und zum Spielball internationaler Mächte zu machen.
Die Frage, die sich nun stellt, lautet: Wie kann Europa seine Position stärken? Zum einen muss die Union ihre Verteidigungsfähigkeit deutlich verbessern, besonders im Hinblick auf moderne Bedrohungsszenarien wie Drohnenangriffe und die asymmetrische Kriegsführung, etwa die von Russland initiierten Störungen der Infrastruktur und Desinformationskampagnen. Nur wer sich effektiv verteidigen kann, wird international ernst genommen.
Zum anderen bedarf es einer kohärenteren Außen- und Sicherheitspolitik. Ein einheitlicher Ansatz in diesen Bereichen ist wohl eine der komplexesten Herausforderungen, vor denen die EU derzeit steht, vielleicht sogar noch anspruchsvoller als die Frage der Aufrüstung. Doch nur so kann Europa seine Stimme in der Welt behaupten und eine neue Rolle in der globalen Ordnung finden.

