Europäische Unternehmen in China: Wachstumshoffnungen schwinden
Die jüngste Geschäftsklimaumfrage der Europäischen Handelskammer in China zeichnet ein düsteres Bild der Stimmung unter europäischen Unternehmen in der Volksrepublik. Lediglich 29 Prozent der befragten Unternehmen blicken optimistisch auf ihre Wachstumsaussichten in den kommenden zwei Jahren. Kammerpräsident Jens Eskelund hebt hervor, dass sowohl die Unsicherheit durch US-Zölle als auch interne Entwicklungen in der EU zur Verunsicherung beigetragen haben. Diese Schwankungen machen es, so Eskelund, für viele Unternehmen schwierig, optimistisch zu bleiben.
Verglichen mit dem Vorjahr hat sich die Stimmung noch weiter verschlechtert, und fast drei Viertel der Unternehmen geben an, dass ihr Geschäftumfeld in China mittlerweile herausfordernder geworden ist. Eskelund betont, dass die Planbarkeit und Stabilität einst wichtige Anreize für Investitionen in China darstellten. Die Zeiten, in denen Firmen mit geringem Aufwand hohe Gewinne erzielten, scheinen jedoch vorbei zu sein.
Schwache Nachfrage, insbesondere bedingt durch die Krise im Immobiliensektor, belastet weiterhin die wirtschaftlichen Perspektiven. In vielen Branchen herrscht ein erbitterter Preiskampf, und häufige Änderungen der Regulierung durch die Regierung in Peking tragen zusätzlich zur Unsicherheit bei. Besonders betroffen sind die Kosmetikbranche, das Bauwesen, die Autoindustrie, die petrochemische Industrie, der IT- und Telekommunikationssektor sowie die Nahrungsmittel- und Getränkebranche.
Die Luftfahrtbranche hingegen bleibt weitgehend unbeeinflusst, da sie noch auf ausländische Technologie angewiesen ist. Der anhaltende Handelsstreit mit den USA und die damit verbundenen Exportkontrollen auf seltene Erden und Magnete stellen ein weiteres erhebliches Problem dar. Laut Eskelund haben diese Maßnahmen unmittelbare und tiefgreifende Auswirkungen auf europäische Unternehmen.
Durch langsame Bearbeitung von Exportanträgen drohen einigen Unternehmen in Europa kostspielige Produktionsunterbrechungen, was die Dringlichkeit einer Reduzierung der Abhängigkeit von China unterstreicht. In Anbetracht der Herausforderungen zeigt sich, dass EU-Unternehmen zunehmend vorsichtig agieren. Ein beispiellos niedriger Anteil plant, in diesem Jahr weitere Investitionen in China zu tätigen.
Stattdessen fließen Ressourcen verstärkt nach Europa. Unternehmen überdenken ihre Lieferketten und verlagern Teile der Produktion, um geopolitische Risiken zu minimieren.

